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Einwohnerversammlung in Rellingen : Wenig Diskussionsbedarf bei den Bürgern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In seinem Bericht zur Situation der Kommune hob Trampe die „sehr solide Grundlage“ des Haushalts hervor.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 14:00 Uhr

Rellingen | Für Marc Trampe war es eine weitere Premiere. Zum ersten Mal leitete er als Bürgermeister eine Einwohnerversammlung. Er stand nahe am Eingang der Caspar-Voght-Schule und begrüßte fast jeden Besucher mit Handschlag. 126 Frauen und Männer waren es, die sich in die Anwesenheitsliste eintrugen.

In seinem Bericht zur Situation der Kommune hob Trampe die „sehr solide Grundlage“ des Haushalts hervor. Die Schuldenlast sei durch Extra-Tilgungen verringert worden, neue Kredite seien nicht notwendig. Der Leerstand kommerzieller Flächen sei gering, nachdem die Firma Nordsport das Dello-Gelände an der Hauptstraße übernommen habe, freute sich der Bürgermeister. Andererseits habe der SE-Biomarkt sein Geschäft am Rathausplatz wieder aufgegeben, bedauerte Trampe.

Herausforderungen gebe es auch weiterhin genug, so Trampe. Das Angebot an Krippenplätzen reiche immer noch nicht ganz. Dabei liege die Gemeinde mit ihrer 48-prozentigen Abdeckung weit über der gesetzlichen Anforderung. Dennoch müsse eine weitere Kita her. Ein weiteres Großprojekt: Eine gründliche Sanierung des Kanalsystems stehe bevor. Ein Konzept dazu sei in Arbeit. Trampe schloss mit einer Danksagung an alle Ehrenamtlichen, an die Feuerwehr, die Lokalpolitiker in den Gremien und an all diejenigen, ohne deren Hilfe die Flüchtlingskrise der vergangenen zwei Jahre nicht zu meistern gewesen wäre.

Dann war Inga Fröhlich an der Reihe. Die Leiterin des Fachbereichs Finanzen hatte die Aufgabe, den Einwohnern die Umstellung auf funkauslesbare Wasserzähler schmackhaft zu machen und Bedenken zum Datenschutz oder Gesundheitsgefährdung durch Strahlung zu zerstreuen. Das bisherige System sei zu aufwendig und fehleranfällig, erläuterte sie. Pro Jahr seien in jedem der vier Bezirke zwei Bedienstete 14 Tage lang unterwegs, um alle Uhren abzulesen. Ein kostspieliger Personaleinsatz also und auch für die Hausbesitzer eine Belästigung, denn sie müssten den Zugang ermöglichen. Die neuen Wasseruhren seien zwar doppelt so teuer wie die bisherigen, halten dafür aber auch doppelt so lange, nämlich zwölf statt bisher sechs Jahre. Die Strahlung der kleinen Sender liege zudem weit unterhalb der als gesundheitlich bedenklich eingestuften Größenordnung, versicherte Fröhlich. Auch der Datenschutz sei sichergestellt.

Das Rellinger Trinkwasser wurde auf Antrag eines Bürgers im späteren Verlauf des Abends nochmals Thema. Die Behauptung, der Kalkgehalt des Wassers sei gesundheitsschädlich und dessen Forderung nach Entkalkungsmaßnahmen entkräftete Bürgermeister Trampe mit Zitaten aus wissenschaftlichen Arbeiten. Der Kalkgehalt liege mit 16,2 Grad deutscher Härte (dH) im unbedenklichen Bereich. Erst ab 20 Grad sei eine Kalkreduzierung sinnvoll.

Für Diskussionen sorgten die Bebauungspläne 74 für 100 Wohneinheiten für Senioren am Ellerbeker Weg und der B-Plan 73 für die Hempbergstraße im Ortsteil Krupunder, wo 36 genossenschaftliche Wohneinheiten entstehen sollen. Die Anwohner fürchteten vermehrten Autoverkehr und damit verbunden einen Mangel an Parkplätzen aufgrund der neuen Nachbarn. Tom Rasmussen, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, hatte genügend Anschauungsmaterial vorbereitet, um solche Sorgen zu zerstreuen.

Weitere Themen waren der Aus- und Neubau der Caspar-Voght-Schule, präsentiert von Projektleiterin Dagmar Schudak, sowie die Umgestaltung der Brüder-Grimm-Schule, die David Beverungen erläuterte. Er vermisse den „Rellinger Baustil“, bemängelte ein Bürger. Nach knapp zweistündiger Dauer schloss Rellingens Bürgervorsteher Henry Behrmann die recht harmonisch verlaufende Bürgerversammlung.

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