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Uetersen und Tornesch : Wenig Begeisterung für eine Fusion

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bürgerentscheid zur Fusion: Kurz vor der Abstimmung herrschen Uneinigkeit, Zukunftsangst und Desinteresse.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht - so wirken die Antworten der Bürger auf unsere Umfrage zur Fusion. „Letztendlich wird die bevorstehende Abstimmung zu einem politisches Debakel ausarten.“, so Heinz Kubik (64) aus Uetersen.

Einer möglichen Fusion stehen vor allem viele Bürger aus Tornesch kritisch gegenüber. Hanfred Kimstedt (54) sieht in einer Zusammenlegung eine einzige Kostenfalle: „Diese ganze Aufruhe hätte man sich sparen können, es sind nur unnötige Kosten entstanden, angefangen bei der Briefmarke für die Abstimmungsunterlagen.

Auch der schöne Sonnenschein kann den Bewohnern Torneschs kein Lächeln, in Bezug auf den bevorstehenden Bürgerentscheid, ins Gesicht zaubern: „Die Persönlichkeiten beider Städte passen einfach nicht zusammen. Es braucht noch viel Zeit bis wir zusammenwachsen.“, meint Mareile Franzke (69) aus Tornesch. Das sieht Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) genauso: „Wir sind noch lange nicht bereit“, sagte sie anlässlich einer Informationsveranstaltung in Uetersen.

Wo also liegt der Mehrwert einer Fusion? Im Gutachten, das die Unternehmensberatung Ramboell erarbeitete, ist von einer jährlichen Einsparung von bis zu 350 000 Euro die Rede. Das Gutachten: Ohnehin eher etwas für Statistiker und Zahlenliebhaber. Die Politik, die sich mit der Vorbereitung der Fusion beschäftigte, versäumte es, eine für die gemeinsame Stadt stimmige Vision zu entwickeln. Und so sehen die Bürger einen möglichen Zusamenschluss eher mit Ablehnung als mit Zuversicht. Die Stimmung in Uetersen ist dennoch eher fusionsfreundlich. „Gemeinsam sind wir einfach stärker.

 Große Unternehmen fusionieren, warum nicht auch wir? Das wird eine einzige Innovation“, findet Siegbert Wilm (52). Auch Jürgen Jaeger (63) sieht nur Vorteile: „Unsere kleine Stadt Uetersen wird wachsen. Die Infrastruktur wird ausgebaut – so muss die Jugend nicht mehr nach Hamburg in die Disko, sondern bleibt hier.“ Den Untergang sieht Kaufmann Heinz Kubik: „Uetersen als hoch verschuldeter Stadt kann mit der Fusion nicht geholfen werden“, sagt der 64-Jährige.

Und so bleiben die Bürger beider Städte auf Abstand. Zwar nutzt man gegenseitig die Angebote, die es in der eigenen Stadt nicht gibt, doch eins zu werden, das scheint eher undenkbar.

Die Vorteile einer möglichen Fusion liegen, so sagt es das Gutachten, eher auf Seiten der Uetersener. Für Tornesch gibt es dabei wenig zu gewinnen. Es drohen höhere Steuern und mehr Schulden. Und obwohl Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) während seiner Amtszeit aus der Schuldenstadt die wachsende Stadt Tornesch machte, wirbt er weiterhin für die Fusion: „Die ist längst überfällig“, so Krügel. Die Entscheidung treffen am Ende die Bürger beider Städte.

Bis zum 22. September gibt es noch ausreichend Zeit und Möglichkeiten, sich zu informieren. Die Tornescher SPD lädt für Dienstag, 17. September, um 19.30 Uhr in den „Kleinen Friedrich“ ein. Die Junge Union informiert am Mittwoch, 18. September, um 19 Uhr in Krögers Gasthof.

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erstellt am 08.Sep.2013 | 11:31 Uhr

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