Anstoss – Die WM-Kolumne : Weltmeister müssen es wieder richten

Kolumnist Lars Zimmermann.

Kolumnist Lars Zimmermann.

Die Testspiele vor der WM und die Rückrunde in der Bundesliga haben gezeigt: In Russland müssen es die Weltmeister richten, schreibt unser Kolumnist Lars Zimmermann.

shz.de von
10. Juni 2018, 10:00 Uhr

Hamburg | Der zweite Anzug sitzt nicht. Die Testspiele vor der WM und die Rückrunde in der Bundesliga haben gezeigt: In Russland müssen es die Weltmeister richten. Dabei dachte Fußball-Deutschland vor einem Jahr nach den Siegen im Confederations Cup und bei der U21-Europameisterschaft noch, dass Bundestrainer Joachim Löw auch mit zwei Teams ohne Qualitätsverlust zur WM fahren könnte. Dann würde die Finalpaarung Deutschland I gegen Deutschland II lauten, so die Auffassung einiger Optimisten.

Unglücklicherweise hat es Deutschland II aber danach nicht einmal geschafft, gegen Österreich zu gewinnen. Leon Goretzka, der inzwischen ausgebootete Leroy Sane, Antonio Rüdiger, Sebastian Rudy, Marwin Plattenhardt, Ilkay Gündogan – sie alle stießen bei den vergangenen Länderspielen an ihre Grenzen und bewarben sich eher für einen Rausschmiss aus dem Kader als für die Startelf. Gündogan lieferte mit seinem Erdogan-Auftritt und katastrophalen Vorstellungen besonders viele Argumente für seine Ausbootung.

Die erste Elf dürfte sich jedenfalls fast von selbst aufstellen. Manuel Neuer im Tor, hinten Joshua Kimmich, Jerome Boateng, Mats Hummels und Jonas Hector, im Mittelfeld Sami Khedira, Toni Kroos, Mesut Özil und Thomas Müller sowie im Angriff Timo Werner – diese Zehn dürften gesetzt sein. Für den letzten freien Platz kommen eigentlich nur Marco Reus und Julian Draxler in Frage. Wenn es nicht läuft, bietet sich dann noch die Einwechslung von Mario Gomez. Das war es dann aber auch schon mit den Kandidaten für einen Einsatz. Der Rest  wird mit dem, was auf dem Feld passiert, nicht allzu viel zu tun haben. Sollte Deutschland den Titel verteidigen, könnte Matthias Ginter einen wohl einzigartigen Rekord aufstellen. Er wäre Doppel-Weltmeister, ohne eine Minute gespielt zu haben.

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