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Pinneberger Tageblatt

29. Juni 2017 | 11:17 Uhr

„Weltmeister im Operieren“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

JubiläumMitglieder aus den Ortsverbänden feiern 70 Jahre Sozialverband Pinneberg auf Hof Wiedwisch in Kummerfeld

100 Jahre Sozialverband Deutschland, 70 Jahre Ortsverband Pinneberg: 100 geladene Gäste genossen die Jubiläumsfeier des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) auf Hof Wiedwisch in Kummerfeld. „Die beiden Jubiläumszahlen stehen für zwei großartige Einrichtungen“, sagte Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg. Dahinter stünden viele Schicksale, die die Mitglieder dank Beratung und Unterstützung positiv beeinflussen konnten.

Steinberg erinnerte daran, dass auch aus dem Rathaus täglich Bescheide versandt würden, die für einzelne Mitmenschen zum Teil harte Auswirkungen hätten. Auch wenn ihre Mitarbeiter gut ausgebildet seien und nach bestem Gewissen handelten, könnten Fehler passieren und Gesetze unterschiedlich ausgelegt werden. „Es ist deshalb gut, dass es mit dem Sozialverband eine Institution gibt, die die Ämter in Einzelfällen kontrollieren und sogar korrigieren kann“, betonte Steinberg.

Die Bürgermeisterin ging auf die besondere Qualität der Arbeit des Pinneberger Sozialverbandes ein. „Hier wird die soziale Wärme gelebt, die wir so oft vermissen“, betonte Steinberg. Sie kam dabei auch auf die vom SoVD veranstalteten Ausfahrten, Feste und Vorträge zu sprechen. Hier könnten auch Menschen teilhaben, die ansonsten nicht mehr in der Lage seien, allein zu reisen. „Diese Art der sozialen Hilfe lässt sich nicht in Euro und Cent ausrechnen“, erläuterte Steinberg. Die Mitglieder sorgten mit ihrem Einsatz dafür, die zentralen Notwendigkeiten des menschlichen Lebens zu gewährleisten. Dabei handele es sich um Solidarität und Teilhabe – quasi den „Klebstoff im sozialen Miteinander“. Die Bürgermeisterin zitierte in ihrer Rede auch Rosa Luxemburg, einflussreiche Vertreterin der Arbeiterbewegung: „Entfremdet und entwürdigt ist nicht nur der, der kein Brot hat, sondern auch der, der keinen Anteil an den großen Gütern der Menschheit hat.“ Der Verband sorge dafür, dass die Mitglieder an den großen Gütern der Menschheit teilhaben können – und zwar an Kultur und Gemeinschaft.

Sven Picker vom Landesvorstand dankte den Mitgliedern für ihren Einsatz. „Sie verkörpern unsere Arbeit vor Ort und werden immer wichtiger“, sagte Picker. Der Verband setzt sich auf Bundesebene dafür ein, dass Menschen Renten beziehen. Die Mitglieder seien dabei „Weltmeister im Operieren“. „Es muss einen gesellschaftlichen Konsens geben, dass Menschen beispielsweise erst aus dem Krankenhaus kommen, wenn die Wunde geschlossen ist und keine Infektionsgefahr mehr besteht“, bilanzierte Picker. Er überreichte dem Vorsitzenden des Pinneberger Sozialverbands Peter Thomsen zum Dank für sein Engagement Glocke und Urkunde.

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