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LKA-Einsatz in Pinneberg : Weltkriegs-Granate am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg war während Bauarbeiten am Bahnhof gefunden worden. Stundenlange Vollsperrung der Rockvillestraße.

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erstellt am 12.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Aufregung am Pinneberger Bahnhof: Bauarbeiter der Firma Groth & Co sind gestern Vormittag mit einem Bagger auf eine Granate gestoßen. Gegen 10.30 Uhr alarmierten sie die Polizei. Daraufhin wurde die Rockvillestraße etwa vier Stunden lang vollgesperrt. Ein Radius von 50 Metern durfte nicht betreten werden. Der Fußgängertunnel, der die Innenstadt und das Quellental verbindet, war ebenfalls gesperrt.

Um den explosiven Fund zu bergen, forderten die Beamten den Kampfmittelräumdienst vom Landeskriminalamt an. Zwei Spezialisten trafen um kurz vor 14 Uhr ein. Die Entschärfer waren aus Großnordsee angereist. Vor Ort entschieden die Beamten des LKA die weitere Vorghensweise.

Sie begutachteten den 40 Zentimeter langen Blindgänger und die Grube. „Sie haben die raketenförmige Granate vorsichtig geborgen“, sagte Polizei-Pressesprecherin Sandra Mohr gestern Nachmittag. Dabei handelt es sich um eine britische Artillerie-Granate aus dem Zweiten Weltkrieg.

Erst vor wenigen Tagen wurde in Wedel eine Phosporbombe gefunden. „So etwas passiert ab und an. Vor allem natürlich bei Bauarbeiten“, so Pressesprecherin Mohr. „Die Bauarbeiter kennen das aber und verhalten sich in der Regel gut“, fügte sie hinzu.

Während des gesamten Polizeieinsatzes war auch die Redaktion des Pinneberger Tageblattes am Granatenfundort und informierte über die sozialen Netzwerke über die aktuelle Lage.

 

In Pinneberg mussten die Passanten während des Einsatzes auf den Fahlt ausweichen. Radfahrer trugen ihre Räder die Treppe hinauf, auch Mütter mit Kinderwagen mussten den beschwerlichen Weg in Kauf nehmen. Als Pinnebergs Bürgervorsteherin Natalina Boenigk vorbeiradelte, schimpfte sie: „Hier wird alles abgesperrt, aber niemand von der Polizei hat sich aufgestellt, um zu helfen. Das nenn ich Servicewüste Deutschland.“ Stattdessen hätten die Bürger an der Treppe beim Bahnhof und beim Fahlt mit angepackt.

Auch die Bundespolizei war aus Flensburg nach Pinneberg gekommen. Denn wenn die Granate vor Ort hätte entschärft werden müssen, hätte das Folgen für den Bahnverkehr gehabt. „Dann hätten wir den Bahnhof und den Bahnverkehr komplett sperren müssen, um eine Gefährdung auszuschließen“, sagte Hanspeter Schwarz, Pressesprecher der Bundespolizei.

Stattdessen wurde die Granate von den Entschärfern entsprechend verpackt. Um 14.30 Uhr transportierte der Kampfmittelräumdienst den Sprengstoff dann ab. „Sie wird nun zum Munitionszerlegebetrieb nach Großnordsee gebracht“, erklärte Pressesprecherin Mohr. Dort werde die Granate nach einer letzten Begutachtung über einen Spezialbetrieb vernichtet. Gegen 15 Uhr war der Einsatz am Pinneberger Bahnhof beendet und die Rockvillestraße wieder freigegeben.

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