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Pendlerverkehr : Welche Verbesserungen bringt die Fahrplanänderung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nordbahn will zur Hauptverkehrszeit im 20-Minuten-Takt in Pinneberg, Prisdorf, Tornesch und Elmshorn halten.

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erstellt am 13.Nov.2014 | 12:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 14. Dezember, wird die Nordbahn auf den Strecken vom Hamburger Hauptbahnhof aus nach Itzehoe (RB61) sowie von Hamburg-Altona aus nach Wrist (RB71) verkehren. Das Betriebskonzept sehe vor, auf den Linien täglich zwischen 6 und 21 Uhr im Stundentakt zu pendeln, also von Itzehoe über Kremperheide, Krempe, Glückstadt, Herzhorn, Elmshorn, Tornesch, Prisdorf und Pinneberg zum Hauptbahnhof in Hamburg sowie von Wrist über Dauenhof, Horst, Elmshorn, Tornesch, Prisdorf, Pinneberg bis zum Hamburger Bahnhof Altona. Zusätzlich sollen zu den Hauptverkehrszeiten, also von 6 bis 8 Uhr sowie in der Zeit von 15 bis 19 Uhr, die Züge auf der Linien Itzehoe-Elmshorn und Wrist-Elmshorn in der Krückaustadt gekoppelt werden, um mehr Sitz- und Stehplatzkapazitäten auf dem am meisten befahrenen Streckenabschnitt zu schaffen. Darüber hinaus will die Nordbahn zu den Hauptverkehrszeiten mehr Züge einsetzen, sodass die Bahnhöfe zwischen Elmshorn und Hamburg-Altona im Durchschnitt im 20-Minuten-Takt angefahren werden können. „Der Streckenabschnitt ist so stark belastet, dass es zu Minuten-Abweichungen kommen kann“, sagte Betriebsleiter Thomas Wolf gestern während einer Pressekonferenz in Elmshorn.

An den Wochenenden wird das Eisenbahnunternehmen laut neuem Fahrplan in den Nächten zu Sonnabend sowie zu Sonntag Züge bereithalten, die zwischen Itzehoe und Pinneberg pendeln. Diese haben dann Anschluss an die S-Bahn-Linie3 in Richtung Hamburg. Der gesamte Fahrplan steht hier bereits bereit.

Die Verbindugen der Linien Hamburg–Itzehoe und Hamburg–Wrist.
Die Verbindugen der Linien Hamburg–Itzehoe und Hamburg–Wrist.

Für die im Kreis Pinneberg lebenden Pendler bedeutet dies: mehr und schnellere Verbindungen in Richtung Hamburg am Morgen sowie am Abend gen Heimat. Aufgrund der Tatsache, dass die Deutsche Bahn den Regional-Express zwischen Hamburg und Kiel – bis auf wenige Ausnahmen – nicht mehr in der Kreisstadt stoppen lassen will, sinkt allerdings die Anzahl an Halten in der Region um „rund 60 pro Tag“, sagte Dennis Fiedel von der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft Schleswig-Holstein. „Gleichzeitig steigt aber die Anzahl der Sitzplätze in den Spitzenstunden um rund 40 Prozent bei etwas kürzeren Fahrzeiten“, fügte er an. Wie berichtet, werden nur noch ausgewählte Regional-Expresse in Pinneberg halten. Wer von der Kreisstadt aus nach Neumünster, Bordesholm oder Kiel fahren möchte, muss künftig im Regelfall in Elmshorn umsteigen. Das dürfte laut Fiedel jedoch nicht allzu viele Menschen treffen: „Es gibt nur eine geringe Nachfrage nach Kiel.“

So teuer wird das Bahnfahren

Für die Nordbahn gibt es keine eigenen Tarife oder Tickets. In den Zügen gelten die allgemeinen Nahverkehrstarife von Hamburg und Schleswig-Holstein, also die HVV- und SH-Tarife. Zudem können in den Zügen der Nordbahn die Sondertickets der Deutschen Bahn wie beispielsweise das Quer-durchs-Land-, das Schönes-Wochenende- und das Schleswig-Holstein-Ticket genutzt werden. Verkaufsstellen gibt es dafür in den Städten Pinneberg, Tornesch, Elmshorn, Glückstadt und Itzehoe sowie an den Hamburger Bahnhöfen Hauptbahnhof, Dammtor und Altona. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) möchte jedoch ab Januar kommenden Jahres die Preise erhöhen: Demnach soll ein Nahbereichticket statt 2 Euro künftig 2,10 Euro kosten, der Großbereich 3,10 statt  3 Euro und der Gesamtbereich 8,40 statt 8,20 Euro. Die Preise für ein Kinderticket im Großbereich – 1,10 Euro – und für die Kurzstrecke – 1,50 Euro – sollen hingegen stabil bleiben. Teurer werden laut HVV-Planung allerdings auch die Zeitkarten: Die 9-Uhr-Tageskarte soll dann 6 statt 5,90 Euro kosten, die Gruppenkarte 11,20  statt 10,80 Euro. Die Großbereich-Monatskarte soll mit 102,40 statt 99,80 Euro und die Gesamtbereichs-Monatskarte mit 204,80 statt wie bisher 199,60 Euro zu Buche schlagen. Infos: HVV und nah.sh.

Die Nordbahn hat eigener Auskunft zufolge mehr als 100 Millionen Euro investiert, um den Zuschlag für die Linien RB61 und RB71 für die kommenden 13 Jahre zu erhalten. 15 Triebwagen des Typs „Flirt“ seien von der Firma Stadler angeschafft, 35 neue Mitarbeiter eingestellt, größtenteils zu Triebwagenführern ausgebildet und geschult sowie eine neue Werkstatt nahe der S-Bahn-Station „Tiefstack“ in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs errichtet worden, sagte Geschäftsführer Nis Nissen. So zähle die Nordbahn nun 110 Mitarbeiter. Einige von den neuen Triebwagenführern seien bereits an Schwesterunternehmen ausgeliehen worden, um schon einmal Betriebskenntnisse zu erlangen. Außerdem investiert die Nordbahn am Bahnhof Elmshorn: Dort soll für die Triebwagenführer ein Pausenraum entstehen.

Unklar sei jedoch noch, ob alle 15 „Flirt“-Züge rechtzeitig die erforderliche Zulassung vom Eisenbahnbundesamt erhielten. Diese steht laut Nissen noch aus. Sollten die Lizenzen für die Fahrgastbeförderung nicht zum Betriebsstart Mitte Dezember dieses Jahres erfolgen, starte die Nordbahn auf beiden Linien zunächst mit einem Ersatzfahrplan. „Wir bereiten uns auf den Ernstfall vor“, sagte Nissen. Notfalls würden ein paar Züge von Mitbewerbern ausgeliehen.

Die Nordbahn verkehrt seit  Dezember 2002 zwischen Neumünster, Bad Segeberg und Bad Oldesloe. Mit der Bedienung dieser Strecke belebte das Unternehmen ein seit dem Jahr 1984 nicht mehr vorhandenes Angebot. Mit der Route von Neumünster bis Büsum baute die NBE Nordbahn Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Kaltenkirchen, die eine Tochter von  der AKN und Benex ist, Mitte Dezember 2011 ihr Netz in Schleswig-Holstein weiter aus, das nun erneut erweitert wird. Das „Netz Mitte“ wird sie für die kommenden 13 Jahre bedienen. Infos: Nordbahn.
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