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Pinneberg : Weiter ungewisse Zukunft für das DRK-Heim

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach Gerichtsurteil: Muss die Stadt das DRK-Heim tatsächlich kaufen?

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 12:30 Uhr

Pinneberg | Ein Haufen Schulden, kein aktueller Haushalt in Sicht und womöglich noch ein finanzieller Klotz am Bein. Die Rede ist vom ehemaligen DRK-Heim am Rehmen in Pinneberg. 1,25 Millionen Euro muss die Stadt an das Deutsche Rote Kreuz zahlen, um das Grundstück zurückzubekommen. Das hat das Landgericht in Itzehoe entschieden. Die Hoffnungen von Politikern, das Areal kostenlos zurückzuerhalten, haben sich damit endgültig zerschlagen.

Hintergrund: Die Verwaltung hatte das 5000 Quadratmeter große Grundstück, das dem DRK in den 1960er Jahren unentgeltlich für den Bau und Betrieb eines Seniorenheims überlassen wurde, auch unentgeltlich zurückverlangt, da das darauf befindliche Gebäude inzwischen marode sei. Das bestätigt auch ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten. Der Richter sah das jedoch anders. Wichtiger als dieser sogenannte Ertragswert sei der Sachwert der Immobilie selbst, so die Argumentation. Besonders bitter: Das DRK hatte im vergangenen Jahr der Stadt das Gelände für einen Kaufpreis von 750    000Euro angeboten, um die Unterbringung von bis zu 150 Asylbewerbern zu ermöglichen. Doch der Deal platzte, weil man mit zu hohen Folgekosten rechnete. Was nun? „Wir prüfen die Urteilsbegründung und überlegen dann, ob wir in Berufung gehen“, sagte gestern Sprecher Marc Trampe. Die Urteilsbegründung liege der Verwaltung vor. Doch im Hintergrund werden längst andere Optionen diskutiert. „Wir nehmen es nicht zurück. Dann behält es das DRK“, schlägt FDP-Fraktionschef Werner Mende vor. Er sei von dem Urteil sehr überrascht gewesen und habe als sogenannter Feierabendpolitiker dem Gutachten geglaubt, das die Stadt in Auftrag gegeben hat.

Was soll mit dem DRK-Heim geschehen? Das sei eine gute Frage, so SPD-Fraktionschefin Angela Traboldt. Sie betonte, dass die SPD für den Kauf des DRK-Heims war. Allerdings habe es keine Mehrheit gegeben. „Wir werden den Vorschlag der Verwaltung abwarten“, sagte Traboldt.

Darauf setzt auch die CDU: „Es ist mir unerklärlich, wie man für solch eine Schrottimmobilie 1,25 Millionen Euro festlegen kann“, sagt CDU-Ratsherr Torsten Hauwetter. Es gebe aber einen Grund. „Den wollen wir wissen und dann möglicherweise Rechtsmittel einlegen.“

Den Gedanken, das DRK-Heim abzureißen und dort Wohnungen zu bauen, bringt Uwe Lange, Fraktionsvorsitzender der Bürgernahen, mit ins Spiel. Auch für Lange sei das Urteil nicht nachvollziehbar. Aber: Nach Abzug des Kaufpreises und der Abrisskosten blieben der Stadt nach der Vermarktung der Fläche etwa eine Million Euro, so seine Schätzung. „Wir haben die Diskussionen noch nicht abgeschlossen“, sagte indes Joachim Dreher, Fraktionschef Grüne und Unabhängige.

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