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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 05:04 Uhr

Kreis Pinneberg : Weg zum Fiskus wird kürzer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerzündern nimmt drastisch zu. Ab kommendem Jahr gelten härtere Regeln.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2014 | 08:00 Uhr

pinneberg | Mit einem Kavaliersdelikt hat Steuerhinterziehung nichts zu tun. Diese an sich banale Erkenntnis scheint sich seit einiger Zeit in der Gesellschaft immer stärker auszubreiten. Dies lässt jedenfalls die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern vermuten, die hierzulande immer weiter ansteigt. So sind bei der Bußgeld- und Strafsachenstelle Elmshorn, die für die Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen zuständig ist, im vergangenen Jahr 111 Selbstanzeigen eingegangen, im Jahr davor waren es nur 37, 2011 gar nur vier. Und im ersten Quartal des laufenden Jahres meldeten sich auch schon wieder 35 reuige Steuersünder beim Fiskus – hochgerechnet aufs ganze Jahr liegt die Zahl der Anzeigen damit erneut auf Rekordkurs. „Im vergangenen Jahr wurde gesellschaftlich intensiv über das Thema Selbstanzeigen debattiert und berichtet, zum Beispiel im Fall Uli Hoeneß. Das spiegelt sich dann eben auch in den Zahlen wider“, sagt Sebastian Schaffer, Sprecher des Landesfinanzministeriums in Kiel. Die Entwicklung im laufenden Jahr sei ebenfalls darauf zurückzuführen. Auf Landesebene zeigt sich – wenig überraschen – das selbe Bild. Hier gingen in den ersten drei Monaten dieses Jahres 196 Selbstanzeigen ein, etwa drei mal so viele wie im gleichen Zeitraum 2013. Dabei wurden Kapitaleinnahmen in Höhe von rund 23 Millionen Euro nacherklärt, im Vorjahr waren es nur acht Millionen.

Wer per Selbstanzeige straffrei davonkommen will, sollte das im Übrigen noch in diesem Jahr tun. Denn ab Januar 2015 sollen dafür deutlich strengere Regeln gelten – darauf haben sich Vertreter von Bund un Ländern in der vergangenen Woche geeinigt. Ab einem Betrag von 25.000 Euro hinterzogener Steuern sollen den Plänen zufolge zehn Prozent Strafzuschlag fällig werden. Ab 100.000 Euro steigt dieser auf 15 Prozent, ab einer Million Euro gar auf 20 Prozent. Bislang war erst ab einer Summe von 50.000 Euro überhaupt ein Strafzuschlag zu zahlen – in Höhe von fünf Prozent. Zudem müssen Steuerbetrüger ihre Finanzen künftig über einen Zeitraum von zehn statt bislang von fünf Jahren offenlegen. „Mit diesem Verhandlungsergebnis muss sich der Ehrliche nicht mehr wie der Dumme fühlen", so Schlesweig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold.

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