Weg von Gier und Egoismus

<strong>Kinderbuchautorin</strong> Sabine Maria Schoeneich schreibt häufig in ihrem Garten. Kater 'Herr Schiefbahn' leistet ihr gerne Gesellschaft.<foto> Heiderhoff</foto>
Kinderbuchautorin Sabine Maria Schoeneich schreibt häufig in ihrem Garten. Kater "Herr Schiefbahn" leistet ihr gerne Gesellschaft. Heiderhoff

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08. Juli 2013, 01:14 Uhr

Rellingen | Das Buch der Kinderbuchautorin Sabine Maria Schoeneich "Das Häuschen Irgendwo" ist gerade erschienen. Das Werk verkauft sich nach Verlagsaussagen sehr gut. Ein Überraschungserfolg. Denn das Multi-Talent aus Rellingen arbeitet nicht nur als Autorin, sondern auch als Schauspielerin und Musiktheaterregisseurin. Doch was treibt die gebürtige Leipzigerin an? Woher nimmt sie ihre Ideen? Diese Zeitung hat bei ihr nachgefragt. Frage: Frau Schoeneich, mit dem Kinderbuch "Das Häuschen Irgendwo" wurden sie schon zu Lesungen eingeladen. Derzeit schreiben Sie gerade am Fortsetzungsroman "Häuschen II". Was treibt Sie an? Schoeneich: Ich liebe den Planeten Erde über alles. Doch wenn ich in die Welt schaue, machen mich manche Dinge zutiefst traurig. Wir sind dabei, alles zu zerstören. Man denke beispielsweise nur an Tanklasterunglücke. Der Mensch muss einfach begreifen, dass wir ohne die Umwelt gar nichts mehr können. Deshalb hat das Thema Natur in meinem Kinderbuch auch einen besonderen Stellenwert. In Ihrem modernen Märchen holen drei Tiere einen obdachlosen Menschen in ihr Haus und kümmern sich fürsorglich um ihn. Sie thematisieren hier beispielsweise das Thema Nächstenliebe und das nette Miteinander der Menschen. Woher nehmen Sie Ihre Ideen? Stoff für Geschichten sind in meinem Kopf reichlich vorhanden. Viele Inspirationen kommen natürlich aus meiner Tätigkeit als Musik theaterregisseurin, aber auch aus meinem privaten Umfeld. Ich bin einfach ein Realist und unverbesser licher Träumer zugleich. Ich hoffe, dass ich mit meinen Geschichten etwas bewirken kann und die Menschen anders auf die Welt schauen. Gier und Egoismus bringen uns langfristig einfach nicht weiter, sondern nur kurz fristig. Sie möchten die Menschen mit ihren Büchern weg von Gier und Egoismus bringen. Heißt das im klassischen Sinn, sie sollen sich wieder mehr hin zu alten Werten orientieren? Ja, beispielsweise halte ich Empathie für unverzichtbar. Schwere Zeiten können sich beispielsweise als Segen für das eigene Leben erweisen. Sie führen den Menschen dazu, seine Mängel zu akzeptieren und auch den Mitmenschen eine andere Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Niederlagen sind zum Aufstehen da. Was haben Sie für die Zukunft geplant? Ich träume davon, eine Stiftung zu gründen, die Mensch und Tier zusammenbringt. Es gibt einerseits lieblos ausgesetzte Hunde, andererseits alte, einsame Menschen. Beide können sich wechselseitig viel geben. Ich selbst kenne beispielsweise auch jemanden, der mit dem Kiffen aufgehört hat, weil ihm eine verletzte Katze zuge laufen ist. Tiere können vielen Menschen helfen und einfach die Seele aufschließen.

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