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Pinneberger Tageblatt

24. November 2017 | 12:33 Uhr

„Web-am-See“ klärt die Fällaktion auf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schüler fragen Umweltbeauftragter gibt Antworten

Eine Stunde lang hatten Anneke, Ben, Fabio, Joshua, Julia und Tom Fragen aufgeschrieben. Im Computerraum der Grundschule Bickbargen in Halstenbek bereitete die Schülergruppe aus dem Verein „Web-am-See“ ein Interview vor. Dann erschien ihr Gast Rodion Wohlleben. Er sollte die jüngste Baumfällaktion am Krupunder See begründen.

Eine Stunde später staunte der Umweltbeauftragte der Gemeinde: So intelligent fragen sonst nur gewiefte Fachleute, bescheinigte er den Mädchen und Jungen, einige aus der vierten Grundschulklasse, die meisten aus den Jahrgängen fünf und sechs im benachbarten Gymnasium.

Die Kinder waren kaum zu bremsen in ihrem Eifer, den Gemeindebeauftragten zu „grillen“. Claudia Daffertshofer, Vorsitzende des „Web-am-See“-Vereins, hatte da nur wenig zu tun. Etwas Publikum hatte sich zu dem Ereignis auch eingefunden. Dieter Haack von der Bürgerinitiative Krupunder See, kurz BI, war da, ebenso Birgit Andersek vom Umweltausschuss und Sonali Vanjape, die dem Verein bei der Webseitenpflege hilft.

Tom war der eifrigste Fragesteller. „Wofür sind Sie verantwortlich?“ wollte er zu allererst von Wohlleben wissen. Der erläuterte gewissenhaft seine Beraterfunktion im Rathaus. Dann ging es weiter: Warum wurden so viele Bäume am See gefällt? Wie viele genau? Welche Baumarten? Wie wurden sie ausgewählt und markiert? Ist jetzt Schluss oder müssen noch mehr Bäume dran glauben? Was passiert mit dem toten Material?

Bäume – alle Arten – werden nur dann gefällt, wenn sie nahe am Weg stehen und Menschen gefährden könnten, begrenzte Wohlleben den Aktionsradius. Denn an sich solle das Wäldchen am See sich ohne Eingriffe vollkommen natürlich entwickeln. Bäume sollen irgendwann umstürzen oder zusammenbrechen und dann sowohl Futter wie Unterschlupf für allerhand Getier bieten.

In einem Wald dürfe laut Gesetz das ganze Jahr über Holz geschlagen werden, führte Wohlleben aus. Gefällt werde, wenn es nötig ist und solche Notwendigkeit werde auch in Zukunft entstehen. Aber die Gemeinde beauftrage mit den Arbeiten gewissenhafte Fachleute, die beispielsweise Nester brütender Vögel umquartieren, ehe sie sich ans Absägen machen.

In die Fragen schlich sich immer wieder die Ballerbek ein, ein Bach, der früher einmal den Krupunder See entwässerte und von dem heute nur noch stellenweise etwas zu sehen ist. Vor allem Ben und Tom wollten mehr darüber wissen. Wohlleben versprach, sich kundig zu machen und dann für ein weiteres Interview zur Verfügung zu stehen. Die beiden Jungen aber bekamen von ihrer Vereinschefin Daffertshofer einen Forschungsauftrag: Sie sollen den Ballerbek-Verlauf aufspüren.

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