Wasserlauf kaputt: Kö wird zur Baustelle

Der Zustand des gepflasterten Wasserlaufs in der Elmshorner Fußgängerzone ist mangelhaft.
Der Zustand des gepflasterten Wasserlaufs in der Elmshorner Fußgängerzone ist mangelhaft.

Fussgängerzone Sanierung soll 2019 erfolgen / Beste Lösung gesucht

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19. Dezember 2017, 17:17 Uhr

Es sind nur 370  Meter – aber die haben es in sich. Die Stadt Elmshorn möchte den kaputten Wasserlauf in der Königstraße, in der Peterstraße und Am Propstenfeld 2019 komplett erneuern. Kostenpunkt: Je nach Ausführung zwischen 30 000 und 420 000 Euro. Die Bauarbeiten könnten zu Behinderungen in der Fußgängerzone führen. Betroffen wären die Einzelhändler und ihre Kunden. Und die müssten – je nach Ausführung – mit einer Bauzeit von drei bis zu 28 Wochen rechnen. Angesichts von Kosten und Bauzeit mahnte CDU-Fraktionschef Immo Neufeldt im Ausschuss für Kommunale Dienstleister alle Verantwortlichen bei diesem Vorhaben „nicht die Bodenhaftung zu verlieren“.

Der Wasserlauf in der Fußgängerzone: Das Urteil der Fachleute aus dem Rathaus ist glasklar. Der bauliche Zustand ist mangelhaft und auch optisch inakzeptabel. In der Vergangenheit hatte die Stadt bereits mehrfach repariert und geflickt. Geholfen hat es nicht viel. „Die Verbindung zwischen den Steinen und dem Fundament hält nicht mehr“, betonte Petra Langefeld, Chefin des Flächenmanagements. Vor zwölf Jahren war der Wasserlauf mit den Steinen gepflastert worden. Das würde die Stadt heute so wohl nicht mehr machen. Denn die damals gewählte Konstruktion des Wasserlaufs sei für die tatsächlich auftretenden Belastungen nicht geeignet. Das Problem: Die Steine halten nicht, weil der Wasserlauf ständig befahren wird – unter anderem durch den Lieferverkehr. Deshalb schlägt die Verwaltung jetzt eine grundlegende Sanierung vor, um in Zukunft eine „verkehrssichere und optisch ansprechende Fußgängerzone präsentieren zu können“.

Vier Varianten liegen auf dem Tisch. Ein Wasserlauf aus Gussasphalt würde „nur“ 30 000 Euro kosten und könnte in drei Wochen fertiggestellt werden. Rinnsteine aus Beton würden bei einer Bauzeit von 15 Wochen mit zirka 70 000 Euro zu Buche schlagen. Die teuersten Lösungen wären eine Kastenrinne Standard – 330 000 Euro – und eine Kastenrinne mit Motiv – 420 000 Euro – bei einer Bauzeit von jeweils 28  Wochen. Die Stadtverwaltung empfiehlt entweder die günstigste Variante oder die teuerste. Entscheiden muss die Politik. Die hat das Thema zunächst aber noch einmal in die Fraktionen verwiesen. Vor einer Entscheidung sollen Gespräche mit dem Stadtmarketing und mit den Einzelhändlern geführt werden – wohl auch in der Hoffnung, dass sich die Geschäftsleute an den Kosten ein Stück weit beteiligen könnten.

Die Gussasphalt-Lösung stieß im Ausschuss auf wenig Zustimmung. „Wir sollten uns von den hohen Kosten nicht blenden lassen. Alle anderen Straßen sind schön geworden. Dann sollten wir keine Betonklötze in der Königstraße verbauen“, mahnte der SPD-Abgeordnete Jürgen Heesch.

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