DRK-Kindergarten : Was wird aus Torneschs Kindern?

Wie geht es weiter mit der DRK-Kita an der Friedlandstraße.
Foto:
1 von 2
Wie geht es weiter mit der DRK-Kita an der Friedlandstraße.

Der DRK-Kindergarten an der Friedlandstraße soll saniert oder neu gebaut werden. Gutachten sprechen gegen die Schützenplatz-Variante.

shz.de von
05. Juni 2014, 12:00 Uhr

Tornesch | An der Friedlandstraße soll was passieren, so viel steht fest. Doch ob die Tornescher Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am heutigen Standort mit zwei Vorschlägen oder am Schützenplatz neu gebaut oder doch saniert wird, ist unklar. Der bereits 2011 diskutierte Plan stand auf der jüngsten Tagesordnung des Sozialausschusses der Stadt. Eine Einigung konnten die Politiker nicht erzielen. Die Kostenprognosen der vier zur Wahl stehenden Varianten liegen zwischen 1,4 und 2,62 Millionen Euro.

Die Ideen und deren Kosten stellte der Diplom-Ingenieur Frank Haartje im Tornescher Rathaus vor. Dabei wird von zwei Elementar-, einer Familien- sowie einer Krippengruppe für insgesamt 70 Kinder ausgegangen. Der Neubau am Schützenplatz neben der Johannes-Schwennesen-Schule soll sich auf 2,31 Millionen Euro belaufen. Doch Hartje empfiehlt, diese Lösung nicht durchzuführen. Denn zwei Gutachten des TÜV Nord kommen zu einem Ergebnis, dass das Projekt problematisch macht.

Aus den Gutachen geht hervor, dass der Lärm der benachbarten Schießübungen der Schützen und Kita-Betrieb nicht gleichzeitig möglich ist. Zudem sei die Geruchs- und Staubbelastung durch angrenzende Landwirtschaft zu hoch. „Das sind zwei K.o.-Kriterien“, so Haartjes Einschätzung. Bürgermeister Krügel (CDU) wirft zudem die Bedenken auf, dass durch den Rückbau des dort befindlichen Sportplatzes der angrenzenden Grundschule Fördergelder in Höhe von 82.500 Euro zurückgezahlt werden müssten.

Für einen Neubau an der Friedlandstraße gibt es zwei Ideen, zum einen mit Containern und zum anderen einer Immobilie auf dem angrenzenden Parkplatz des Tennisvereins. Letztere Variante soll 2,47 Millionen Euro kosten. Wenn der Kindergarten auf der gleichen Fläche entsteht, könnte die Lösung das Umziehen der Gruppen in Container sein. Der Vorschlag ist mit 2,62 Millionen Euro jedoch der teuerste. Das Mieten der portablen Ausweichquartiere würde etwa mit 150.000 Euro zu Buche schlagen. Beide Varianten würden eine vorübergehende Schließung der Einrichtung verhindern.

Bei einer Sanierung droht jedoch, dass der Kindergarten für drei Monate schließt, die Sommerferien sowie drei Wochen davor und danach. Die Kita-Leiterin Erika Krüger gibt zu Bedenken, dass den Eltern dadurch Probleme entstehen könnten: „Bisher haben wir keine Schließzeiten.“ Sabine Kählert, Leiterin Amt soziale Dienste, setzt auf die Zusammenarbeit mit den Eltern. Die Ideen seien etwa Ausweichunterbringungen oder Erlebniswochen.

Alternativ könnten die Baumaßnahmen mit der Teilauslagerung von jeweils zwei Gruppen sein, während die Sanierung im Betrieb vorgenommen wird. Die Kosten würden mit 1,4 Millionen Euro am kostengünstigsten sein. „Das ist viel Geld für eine Sanierung, doch das Ergebnis hätte den Standard eines Neubaus“, erläutert Haartje. Der Ingenieur schätzt den Gesamtzustand des Kindergartens als Grundlage einer Sanierung als gut ein.

Die CDU sprach sich für die Sanierungsvariante aus. Die Mehrheit aus SPD und FDP stimmte der Vertagung zu. Wie es mit dem DRK-Kindergarten weitergeht ist erneut Thema auf der nächsten Sitzung des Ausschusses am Montag, 23. Juni, um 19 Uhr im Tornescher Rathaus (Wittstocker Straße 7).

Bereits 2011 diskutierten Torneschs Politiker über die Zukunft des DRK-Kindergartens an der Friedlandstraße. Damals waren sieben Gruppen im Gespräch. Doch aufgrund des inzwischen erbauten Wabe-Kindergartens in Tornesch mit 40 Krippen- und 60 Elementarplätzen hat sich die Bedarfslage verändert. In der Friedlandstraße wird jetzt mit vier Gruppen geplant.
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen