Was tun, wenn die Schule brennt?

Die Lehrerinnen der Bilsbek Grundschule übten mit dem Feuerlöscher.
Die Lehrerinnen der Bilsbek Grundschule übten mit dem Feuerlöscher.

Kollegium aus Prisdorf und Kummerfeld informiert sich bei der Kreisfeuerwehrzentrale in Tornesch-Ahrenlohe

shz.de von
27. Februar 2018, 12:13 Uhr

Wenn es in der Schule brennt, zählt jede Sekunde, um eine Gefahr für Leib und Leben abzuwenden. Besonders Lehrer sind dann gefragt, die notwendigen Schritte einzuleiten. Im Zuge einer Fortbildung hat das Kollegium der Bilsbek Grundschule der Gemeinden Prisdorf und Kummerfeld nun die Kreisfeuerwehrzentrale in Tornesch besucht.

Gastgeber waren Brandschutzerzieher der Wehren aus Prisdorf und Kummerfeld, die den Lehrerinnen und den Kollegen der Nachmittagsbetreuung sowohl theoretisch wie auch praktisch wertvolle Hinweise rund um das Thema Brandschutz und Verhalten im Brandfall gaben.

Hauptfeuerwehrmann Finn Burgemeister ist Student und nahm sich extra einen Tag frei. Zusammen mit Dirk Hilmer führte er durch eine Präsentation, die besonders auf das Thema Brandschutz in öffentlichen Gebäuden zugeschnitten war.

Schulleiterin Susanne Thomsen-Steinberg erklärt: „Die jährliche Unterweisung für das Kollegium ist Pflicht und wir sind dankbar, dass unsere Wehren dies mit uns durchführen.“ Im Falle eines Brandes in einer Schule ist insbesondere die schnelle und vollständige Evakuierung verängstigter Kinder für die Lehrer eine große Herausforderung und muss daher vorab explizit geplant und immer wieder geübt werden.

Nach einem theoretischen Teil im Schulungsraum ging es hinaus in das schneebedeckte Gelände des Zentrums zum praktischen Teil. Die Feuerwehrleute Carl Ahrens und Gunther Elstermann aus Kummerfeld zeigten den richtigen Gebrauch von Feuerlöschmitteln. Wer wollte, durfte selbst mit einem Feuerlöscher einen kleinen Brand im Feuerkorb löschen.

Jährlich gibt es in Deutschland mehrere tausend Verletzte und etwa 400 Tote durch Feuer. Dabei sind die meisten Opfer nicht durch die Flammen zu beklagen, sondern durch Rauchvergiftung. Dies erklärt sowohl die Wichtigkeit zur Einrichtung und Markierung sicherer Fluchtwege in öffentlichen Gebäuden, wie Schulen oder Kindergärten, als auch die Verhütung potenzieller Brandursachen, wie leicht brennbare Dekoration oder überhitzte elektrische Geräte.

Nur das richtige und besonnene Verhalten im Brandfall ermöglicht es, die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr möglichst kurz zu halten und alle Maßnahmen für die Sicherheit der schutzbefohlenen Kinder bis dahin ergreifen zu können.

Gunther Elstermann, Brandschutzerzieher der Feuerwehr Kummerfeld erklärte, wie wichtig das Thema Rauchvergiftung ist, und warum Irrglaube zu falschem Verhalten führen kann: „Bereits nach drei Atemzügen im dichten Rauch können Lähmungserscheinungen eintreten. Wer glaubt, in Rettungsabsicht lediglich mit einem feuchten Tuch vor dem Mund in ein brennendes Gebäude laufen zu können, der irrt gewaltig und wird selbst zum Opfer.“


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