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Halbjahreszeugnisse stehen Ende Januar bevor : Was tun bei schlechten Noten?

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Angst vor den "Giftblättern": Bildungsexpertin gibt Tipps, wie Schüler stressfrei und mit Spaß ihre Noten verbessern.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 15:22 Uhr

Ende Januar schlägt für Schüler die Stunde der Wahrheit: Die Halbjahreszeugnisse werden ausgegeben. Manchen Eltern droht dabei ein böses Erwachen, denn oft wissen sie gar nicht, wie es um die Noten ihrer Kinder steht.  Bildungsexpertin Swantje Goldbach von  der Reformnachhilfeschule Lernwerk  gibt Tipps, wie  sich  die Schulnoten bis zum nächsten Zeugnis im Sommer aufpolieren lassen.

"Schimpfen frustriert nur mehr"

"Eltern sollten bei schlechten Noten nicht schimpfen. Das frustriert die Kinder nur noch mehr", so Goldbach. Ihr Vorschlag: "Einen kühlen Kopf bewahren, gemeinsam eine gute Lernstrategie finden und die  Freizeit mit schönen Dingen füllen."

Ehrliches Interesse an den Schulaufgaben ist wichtig: "Nachfragen, zum Beispiel zu einem gerade behandelten Thema,  zeigen den Kindern, dass sie von ihren Eltern ernstgenommen werden."

Was hingegen gar nichts bringt, sind gemeinsames Üben, Hausaufgabenkontrolle und das Abfragen von Vokabeln.  "Im Gegenteil", sagt  Goldbach. "Dadurch verschlechtert sich das Klima in der Familie und die Noten rutschen weiter in den Keller." Besser sei es bei kleineren Kindern, wenn Eltern ein gutes Vorbild abgeben. Das Kind übe Mathe und die Eltern machten die Steuererklärung oder erledigten ihre Post.

Schüler sollten beim Lernen nicht nur die Augen benutzen. "Selbst bei Grammatikregeln und Matheformeln hilft es, das Gelesene laut auszusprechen, damit so viele Sinne wie möglich den Lernstoff aufnehmen", so die Bildungsexpertin.

Körper und Geist als Einheit sehen

Ein eigener Fernseher oder Computer sind eine verlockende Ablenkung und stören die Konzentration. Swantje Goldbach rät, diese Geräte aus dem Kinderzimmer zu räumen:  "Nach einem Film oder einem Computerspiel ist das Gehirn für Hausaufgaben zu erschöpft. Und wer direkt nach dem Lernen den Bildschirm einschaltet, läuft Gefahr, das eben Gelernte wieder zu löschen. Eine medienfreie Zeit von mindestens anderthalb Stunden sollte nach dem Lernen eingehalten werden."

Zum Ausgleich empfiehlt Goldbach Sport. "Bewegung ist unerlässlich für die Speicherarbeit des Gehirns. Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, seinen Kindern den Sport zu verbieten, wenn es in der Schule nicht läuft. Auch zwischen intensiven Lernphasen sollen sich die Schüler bewegen", so die pädagogische Leiterin des Lernwerks. Mache das Kind nach anderthalb Stunden eine Pause mit viel Bewegung, könne es das Gelernte besser abspeichern.

"Damit es mit dem Lernen klappt und das Nacharbeiten nicht in Stress und Frust endet, ist es auch wichtig, dass die Schüler zufrieden sind. Klare Etappenziele, die tatsächlich zu schaffen sind, helfen dabei", sagt Goldbach. Eltern sollten außerdem darauf achten, dass ihr Kind genügend Wasser trinkt:  "Zuckerhaltige Säfte oder Cola sind nicht förderlich für die Konzentration."

Jedes Kind lernt anders und braucht individuelle "Werkzeuge", mit denen es ihm  leichter fällt, ist sich Goldbach sicher: "Dann kehrt automatisch der Spaß zurück."

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