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Pinneberger Tageblatt

20. August 2017 | 01:16 Uhr

Kultur in Pinneberg : Was Frauen geben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vernissage mit Kunstpicknick: Die Kunstausstellung „Zueignung – Zuneigung“ gibt Auskunft darüber, wie Frauen schenken.

Wie schenken Frauen sich heute etwas und mit welchem Gefühl? Ist es beispielsweise Verbundenheit oder geht es um Macht und Status? Wie drückt sich Frauenfreundschaft heute aus? Diesem Fragenkomplex stellten sich zahlreiche Künstlerinnen aus Schleswig-Holstein, die entweder im Berufsverband Bildender Künstler oder der GEDOK (dem ältesten und europaweit größten Netzwerk für Künstlerinnen) organisiert sind.

Sie durchleuchteten und analysierten das spezielle Thema, loteten dessen Vielschichtigkeit aus, reflektierten es vor dem Hintergrund eigener Erfahrung und verarbeiteten ihre Gedanken, Ideen und Assoziationen in vielen Kunstwerken. Das Ergebnis: ein beeindruckender Pool kreativer Kraft und fantasievollen Einfallsreichtums.

Aus diesen Kunstwerken nun suchte eine Jury 20 Arbeiten aus, die in Pinneberg vom 15. September bis 6. Oktober im atelier.kunstremise.mioq zu sehen sein werden. Wobei der hölzerne Pavillion aus dem Jahre 1840 im Garten des Ausstellungsortes im Fahltskamp 30 einen idealen Bogen zum Thema schlägt: Er ist ein Geschenk der Dänischen Königin Caroline Amalie von Augustenburg an ihre Pinneberger Freundin Amelie Jessen – und damit ein passendes Beispiel für das Thema der Ausstellung, das dieses somit zusätzlich historisch reflektiert.

Vernissage am 15. September

Mit Susanne Schwertfeger, Kunsthistorikerin der Uni Kiel, Ingaburgh Klatt, ehemalige Museumsleiterin des Lübecker Burgklosters und der künstlerischen Leiterin der Drostei, Stefanie Fricke, war die Jury hochkarätig besetzt. So hochkarätig, dass dem geballten Fachwissen sogar gleich noch eine weitere Herausforderung auferlegt wurde: Die Expertinnen mussten die Arbeiten anonym auswählen. Bedeutet: Ohne Wissen darüber, wer was gemalt hat, zählte nicht der Name, sondern allein der künstlerische Ausdruck der Kunstwerke. Und die kamen bei der Jury ausgesprochen gut an: „Die ausgestellten Positionen gehen klug auf die vielfältigen Dimensionen ein, die eine Freundschaft zwischen Frauen erreichen kann“, kommentiert Schwertfeger. Die Kunsthistorikerin ist voll des Lobes: „Von inniger Liebe bis zu argwöhnischer Konkurrenz oder sogar Hass und Missgunst wird hier das Spektrum – auch in seiner radikalsten Auffassung – beleuchtet.“

„Zueignung – Zuneigung“ – Was Frauen geben – Frauenfreundschaften und ihre Geschenke: Beim Besuch dieser Ausstellung werde man selbst ein Teil der vielgesichtigen Frauen-Freundschaften, versprechen die Organisatorinnen in ihrer Ankündigung. Man merke der künstlerischen Auseinandersetzung an, dass Frauenfreundschaften etwas Besonderes seien und dass ihr Ausdruck über alle Zeiten sehr intim war. „Die Freundschaft zwischen Frauen beinhaltet immer auch die Frage nach Abgrenzung und Symbiose“, erklärt Schwertfeger. Einen zusätzlichen aktuellen Bezug bekomme das Thema durch die Frage, ob diese spezielle Art der Beziehung in der heutigen globalen, vernetzten Welt überhaupt noch zeitgemäß sei.

Vernissage ist am Sonntag, 15. September, um 11 Uhr. Nach einer Einführung durch Kunsthistorikerin Schwertfeger spielt das Blockflötenquartett La Rosignola. Den ganzen Tag über lädt das atelier.kunstremise.mioq sein Publikum zum Kunstpicknick in den Ateliergarten ein. Picknickkorb, Stuhl, Decke und Sonnen- oder Regenschirm sind mitzubringen, für die besondere Atmosphäre sorgen Künstlerinnen und Organisatorinnen der Ausstellung.


 

 

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erstellt am 13.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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