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Pinneberger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 05:15 Uhr

Was brauchen wir wirklich?

vom

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Halstenbek | Beim Osterkaffee nach dem Gottesdienst stand ich mit einer Jugendlichen aus unserer Gemeine zusammen. Sie nahm einen Biss vom Osterkuchen und sagte: "Das ist mein erstes Stück Kuchen nach dem Süßigkeitenfasten. Jetzt merke ich erst mal wie süß der Kuchen schmeckt!" Ich fragte sie, ob ihr das Fasten schwer gefallen sei. "Am Anfang schon, dann war es aber okay- auch ohne Süßigkeiten. Man gewöhnt sich dran - die habe ich dann gar nicht mehr so gebraucht." antwortete sie.

So viel du brauchst…

Bald kommt der Sommer und die Zeit, in der wir unsere Sachen packen, um in den Urlaub aufzubrechen. Einige nehmen am liebsten den Rucksack und das Zelt, um bewusst das einfache Leben zu erfahren. Andere merken am Ende des Hotelurlaubes, dass sie mit viel weniger Sachen ausgekommen sind als vermutet und sagen dann: "Dies und jenes hätte ich auch da lassen können."

So viel du brauchst…

So heißt es auch in der Bibel. In der Geschichte, die davon berichtet, wie die Israeliten durch die Wüste gewandert sind. Der Unterdrückung in Ägypten waren sie entkommen: Die Hoffnung auf neues Land und ein besseres Leben trugen sie im Herzen. Doch der Weg wurde weit, die Füße lahm und der Hunger in der kargen Wüste groß.

So beschwerten sie sich bei Mose und der bei Gott. Und Gott hatte ein Einsehen mit seinem Volk und schickte ihnen Manna vom Himmel. Am Morgen fanden sie es vor: Brot und Wachteln. Genug zu essen für alle. Jeder durfte nehmen, was er für den Tag brauchte - nur Vorräte sollten nicht angelegt werden. Wer das nicht beachtete, merkte: Sie waren am nächsten Morgen verdorben. Die Menschen aus dem Volk Israel übten sich so darin, herauszufinden, was das richtige Maß für sie ist.

Denn das zu kennen ist nicht unwichtig für unsere leibliche und seelische Gesundheit. Denn es gibt auch ein Zuviel des Guten, was uns dann wiederum schaden kann.

So viel du brauchst… Diese Worte sind diese Woche überall in Hamburg zu lesen. Denn es ist das Motto des evangelischen Kirchentages In den Vorträgen und Gesprächsrunden geht es darum, zu verstehen, was wir wirklich brauchen: Wie gehen wir mit unseren Ressourcen und Bedürfnissen im Gesellschaftlichen und im Privaten um? Welche Anstöße kann Kirche für ein verantwortungsvolles und ethisches Wirtschaften geben? Was brauchen wir für ein gutes und gelingendes Miteinander der Religionen und Kulturen? Wovon brauchen wir mehr und was ist zu viel und verstellt uns den Blick?

So viel du brauchst…

Wenn sie neugierig auf Antworten geworden sind oder andere an ihren Gedanken dazu teil haben lassen wollen, dann schauen sie doch einmal in Hamburg vorbei.

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