zur Navigation springen

Totes Tier im Graben : Warum musste der Nandu sterben?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am Pinneberger Funkturmsee liegt ein toter Nandu. Ein Jäger rätselt, wie das Tier starb und wem es gehörte. Die Polizei ermittelt wegen illegaler Tierkörperbeseitigung.

Rellingen | Nicht nur der siebenjährige Deutsche Langhaar „Dick“, der treue Jagd-Gefährte von Holger Oetting, dürfte sich gewundert haben. So eine ungewöhnliche Beute hatte der erfahrene Vorstehhund noch nicht vor seiner Schnauze. Rellingens Jagdausübungsberechtigter auch nicht vor seiner Flinte. Doch seit Ende letzter Woche steht der Jäger und Baumschuler aus der Schwalbenstraße vor einem Rätsel: Warum lag der etwa 25 Kilogramm schwere Nandu, ein flugunfähiger Laufvogel aus Südamerika, tot im Graben in der Nähe des Pinneberger Funkturmsees?

Nachdem ihn Beamte des Polizeireviers Rellingen nach einem Hinweis aus der Bevölkerung benachrichtigt und von einem Emu oder Strauß gesprochen hätten, wusste Oetting vor Ort gleich: „Das ist ein Nandu.“ Rhea americana, so lautet die korrekte wissenschaftliche Bezeichnung für den größten Vogel der Neuen Welt.

Seitdem liegt das Federtier mit einer Schulterhöhe von etwa 1,40 Meter im Kühlhaus auf Oettings Anwesen. „Ich vermute, dass das Tier wohl aus einer Stallhaltung stammt. Der Körper ist abgemagert“, beschreibt Oetting seine Beobachtungen. Das würden die typisch verdreckten Beine beweisen. Er glaubt aber auch nicht, dass der Vogel ausgebüchst sei und letztendlich in der freien Natur verendet sei. „Die Spuren am Fundort sprechen dagegen“, so Oetting.

Im näheren Umfeld der Gemeinde Rellingen gebe es laut seines Wissens drei Gehegehaltungen. Doch ein Tier würde nicht vermisst. Oetting hat sich informiert. Der Experte schließt auch – trotz erster Vermutungen – aus, dass der Nandu aus Mecklenburg-Vorpommern zugelaufen sein könnte. Dort würden seines Wissens Nandus zu Hunderten gehalten – zudem leben sie wild im Grenzgebiet zu Schleswig-Holstein. Doch ein „Rübermachen“ ist für Oetting keine Option.

So bleibt eine Vermutung, auf die sich der Waidmann letztendlich festlegt: „Der Halter wollte das tote Tier entsorgen. Da der Boden aber gefroren ist, warf er den Kadaver einfach in den Graben.“ Und das ist kein Kavaliersdelikt. Oetting hat Strafanzeige gestellt. „Wegen illegaler Tierkörperbeseitigung.“ Da habe sich eben einer Mühe und Aufwand erspart, den toten Riesenvogel offiziell in Neumünster bei Spezialisten für Tierkörperverwertung abzugeben.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen