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Pinneberger Tageblatt

23. August 2017 | 03:17 Uhr

Schulen in Pinneberg : Warten auf Sanierung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Theodor-Heuss-Gymnasium: Im Sommer keine Modernisierung des maroden Innenhofs.

Pinneberg | Das Mauerwerk liegt blank. Aus den Fensterrahmen quillt gelbes Dämmmaterial. In Gängen hängen Kabel. Nein, das ist nicht das Szenario einer Bauruine. Das ist seit Jahren Alltag. In einer Pinneberger Schule, dem Theodor-Heuss-Gymnasium an der Datumer Chaussee. Grund genug für betroffene Eltern, jetzt erneut massiv Alarm zu schlagen – denn auch in den Sommerferien wird hier nicht sichtbar saniert.

Baumängel, Platznot und schlechte Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer haben dafür gesorgt, dass sich im Januar 2014 ein beispielloser Schulterschluss ereignete. Die Pinneberger Schul-Allianz geht auf die Initiative von Eltern zurück. Eltern, die es leid sind, dass die Bildungseinrichtungen gegeneinander ausgespielt werden. Ulrike Graefen war von Anfang an dabei. Sie ist Elternsprecherin des Heuss-Gymnasiums, hat selbst zwei Kinder an der Schule. „Wir verlangen intakte Gebäude ohne Gesundheitsgefahren für die Kinder“, sagt sie. „Hier ist jahrelang nichts geschehen, das ist fahrlässig und ignorant.“

Rückblick: Es ist der 19. Juli 2013, als diese Zeitung erstmals über mutmaßlichen Baupfusch an dem Gymnasium in Thesdorf berichtet. Nach offensichtlich planloser Sanierung liegt die Fassade des Gebäudes teilweise frei. Feuchtigkeit dringt ein, zerfrisst die Substanz. Im Innenhof der Heuss-Schule löst sich sogar ein Teil des Dachs. Heute, ein Jahr später, hat sich an diesem Zustand nichts geändert. „Wir sind wütend, weil nichts passiert“, sagt Frauke Runden, deren zwei Kinder die THS besuchen.

Insgesamt beläuft sich der Sanierungsstau an den Schulen Pinnebergs auf mehr als 30 Millionen Euro. Ein Problem der hoch verschuldeten Stadt ist der finanzpolitische Rettungsschirm, unter den die Kreisstadt geschlüpft ist. Jahr für Jahr gibt’s Geld aus Kiel, dafür hat sich die Politik verpflichtet, eisern zu sparen. Bei Krediten schauen die Haushaltshüter in der Landeshauptstadt ganz genau hin.

Nach Verhandlungen mit Kiel hat Bürgermeisterin Urte Steinberg für dieses Jahr Investitionen genehmigt bekommen. Zuvor war die Schul-Allianz auf die Straße gegangen und hatte für ein überregionales Medienecho gesorgt. „Aber wir wollen nicht jedes Jahr aufs neue kämpfen müssen“, sagt Graefen. „Wir verlangen eine konsequente Umsetzung des Sanierungskonzepts.“ Von Bürgermeisterin Steinberg fühle die Allianz sich ernst genommen. Fehler seien vor Steinbergs Amtsantritt gemacht worden. Immerhin: Für die Heuss-Schule gibt es eine Perspektive. Die lang ersehnte Modernisierung des Innenhofs ist aktuell für September geplant. Das bestätigt Silkata Sahin-Adu, Chefin des Kommunalen Servicebetriebs, der seit 2013 für die Schulgebäude zuständig ist. Sie will aufs Gas treten: „Lange planen, kurz bauen“, sei die Devise. Bürgermeisterin Steinberg hat zugesagt, den mutmaßlichen Baupfusch am Heuss-Gymnasium aufzuklären. Externe Gutachter würden eingeschaltet. Sie schrecke vor Konsequenzen nicht zurück – für den Fall, dass der Stadt Schaden entstanden ist.

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erstellt am 02.Aug.2014 | 14:00 Uhr

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