Appen : Walter-Damm-Preis für den ambulanten Hospizdienst Pinneberg-Uetersen

Hospizkoordinatorin Ute Eckhardt-Tams erhielt den Walter-Damm-Preis von Laudator Ralf Stegner (v. l.), dem Sohn des Preisnamensgebers, Uwe Damm, und SPD-Kreischef Thomas Hölck.
Hospizkoordinatorin Ute Eckhardt-Tams erhielt den Walter-Damm-Preis von Laudator Ralf Stegner (v. l.), dem Sohn des Preisnamensgebers, Uwe Damm, und SPD-Kreischef Thomas Hölck.

Ambulanter Hospizdienst Pinneberg-Uetersen in Appen mit dem Walter-Damm-Preis ausgezeichnet. Großes Lob von SPD-Landeschef Ralf Stegner.

shz.de von
08. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Appen | Sie begleiten Sterbende auf ihrem letzten Weg und sind Ratgeber für die Angehörigen – und das seit nunmehr 20 Jahren. 30 ehrenamtliche Helfer engagieren sich zurzeit im Ambulanten Hospizdienst Pinneberg-Uetersen. Gestern Vormittag wurde die Gemeinschaft mit dem Walter-Damm-Preis des SPD-Kreisverbands ausgezeichnet. „Die Preisträger geben dem Sterben und der Trauer einen Raum in unserer Gesellschaft. Sie sind da für die, die gehen und für die, die zurückbleiben“, sagte Thomas Hölck während des Festakts im Appener Bürgerhaus.

Der SPD-Kreischef begrüßte etwa 100 Gäste, darunter Bürgermeister und Kommunalpolitiker sowie Landtagsabgeordnete und den Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte der Barmstedter Gospelchor „Rhythm and Voices“.

Laudator Ralf Stegner, SPD-Landesvorsitzender und stellvertretender Bundeschef, würdigte die Arbeit des Hospizdiensts mit anerkennenden Worten: „Sie leisten einen Beitrag, den man mit Geld nicht bezahlen könnte.“ Das Thema Sterben sei für die meisten Menschen schwierig, viele verdrängten den Tod meist gekonnt aus ihrem Leben. Wenn sich jedoch plötzlich alles um die Krankheit drehe, seien Betroffene und Angehörige oft hilflos und überfordert. Sie bräuchten Unterstützung von Menschen, die sich auskennen und unabhängig von einer persönlichen Betroffenheit Entscheidungen treffen, Hilfe anbieten und emotionale Stütze sein können. Durch entlastende Gespräche mit Angehörigen könnten die Mitarbeiter des Hospizdiensts viele Familien unterstützen, die Sterbenden bis zum Lebensende zu Hause behalten und erfüllten damit oft den sehnlichsten Wunsch der Todkranken.

Stegner richtete zudem einen Appell an die Festaktbesucher: „Erzählen Sie Ihren Verwandten und Bekannten von der Arbeit, die Sie heute hier kennengelernt haben.“ Das Thema, mit dem sich zurzeit auch die Abgeordneten im Deutschen Bundestag beschäftigten, sei eine gesamtgesellschaftliche Frage. „Wir sollten die Augen davor nicht verschließen und denen, die diese Arbeit leisten, die notwendige Unterstützung zukommen lassen.“

Hospizkoordinatorin Ute Eckhardt-Tams nahm den Preis stellvertretend für die Gemeinschaft entgegen. „Wir sind in unserer Arbeit keine Trauernden, sondern fröhliche und mitten im Leben stehende Menschen. Das ist sehr wichtig, denn Leben ist Leben bis zum Schluss“, betonte sie. Zu den Aufgaben des Hospizdiensts gehörten jetzt auch die Begleitung von Flüchtlingen, deren Familien nicht mehr leben. Zudem werde sich die Gemeinschaft künftig mit dem Thema Sterbehilfe beschäftigen.

Der Walter-Damm-Preis ist seit 1995 bis heute 18 Mal an Initiativen und Einzelpersonen im Kreis vergeben worden, die sich in sozialer Verantwortung für das Miteinander der Menschen engagieren. Finanziert wird die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung durch Spenden von SPD-Kreistags-, Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Namensgeber Walter Damm war der erste nach 1945 frei gewählte Landrat des Kreises Pinneberg.

Der Hospizdienst wurde 1995 gegründet und besteht zurzeit aus 30 ehrenamtlichen Helfern. Die regelmäßig geschulten Hospizbegleiter engagieren sich auf Ehrenamtsmessen und bieten öffentliche Veranstaltungen an. Sie beraten Hilfesuchende und stellen den Kontakt zu Pflegediensten, Heimen sowie Ärzten her. In Uetersen wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft in der Landeskirche ein Trauercafé angeboten. Die Pflegediakonie Kummerfeld/Pinneberg stellt ein Büro und ein Dienstfahrzeug zur Verfügung. Für Veranstaltungen, Supervisionen und Fortbildungen fehlen noch geeignete Räume. Wer helfen möchte: Der Hospizdienst ist dienstags bis donnerstags jeweils von 10 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer 04101-8565510 zu erreichen. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.hospizdienst-pinneberg.de
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