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Pinneberg : Waldenauer Speeldeel begeistert mit „Wieverregiment“ in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schöne Welt der Weiberherrschaft. Weitere Termine am 22. und 23. November in Schenefeld.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Pinneberg | „Du warst wieder mal richtig süß.“ Dazu herzliches Schulterklopfen. So bedankte sich eine Zuschauerin bei Kai Ellerbrock, der sich ebenso wie alle anderen Mimen des Waldenauer Speeldeel nach dem Schlussapplaus fürs „Wieverregiment“ (Weiberherrschaft) unter das Publikum mischte. Wer Zeit hatte, klönte eben noch eine Weile an der Theke und beschnackte den plattdeutschen Schwank, der gerade im alten Datumer Schulhaus über die Bühne gegangen war.

Die geradezu familiäre Vertrautheit zwischen der Menge im Saal und den Akteuren machte auch diese Aufführung im Haus des Bürgervereins zu einem köstlichen Erlebnis. Man könnte meinen, das Publikum spiele mit. Das begann, noch ehe der Vorhang sich öffnete. Da scheppern ein paar Takte von „Junge, kehr bald wieder“ über die Lautsprecher und prompt fallen die Zuschauer ein und singen drauf los. Während der drei Akte des Spiels gibt es immer wieder witzige und ermunternde Zwischenrufe aus dem Parkett.

Das ins Plattdeutsche übertragene Stück des Österreichers Anton Hamik folgt dem Muster aller Stücke, die hier gespielt werden: Es beginnt mit einer verfahrenen Situation, dann wird alles noch viel chaotischer und am Ende kriegen sich die Liebenden und alles ist gut.

Ellerbrock ist der Romeo des Stücks, der verliebte Seemann Hinrich auf Landgang. Sophie Riemenschneider hat als brave Sanna drei Jahre lang auf ihn gewartet, sehr zum Verdruss ihrer Mutter Male, die eine Bauersfrau aus Sanna machen will. Den Hof für Sanna will Male ihren beiden Taugenichts-Brüdern Klaus (Olaf Hinrichs) und Piet (Jan Hinsch) abluchsen. Die aber haben sich gerade Magd Antje (Petra Milz) ins Haus geholt, die Frau, die ganz andere Zukunftspläne hat und unverzüglich alles ihrem eisernen Weiberregiment unterwirft.

Es gibt ein neues Gesicht auf der Bühne: Dominic Giesel, schon lange aktiv im gastgebenden Bürgerverein Waldenau-Datum, erweist sich vom ersten Auftritt an als glücklicher Zuwachs der Laientruppe. Nur Plattdeutsch kann der 45-Jährige noch nicht. Also wurde dem „Wieverregiment“ ein hochdeutscher Mann mit Geld hinzugefügt, den Hausmagd Antje als Investor ins Boot lockt.

Helmut Weinberg hat viel Witz in die Regie gesteckt. Werner Wicht und Herbert Radzuweit haben dazu Bühnenbilder geschaffen, die bis zum „röhrenden Hirschen“ detailverliebt mit Gemütlichkeitsklischees spielen. Die Maske ist bei Jana Opahle in besten Händen. Hinter der Bühne passte Marion Seemann auf, dass alles klappte. Margret Anklam hatte bei der Premiere im Kasten vorne als Toseggersch (Souffleuse) viel zu tun. Die Akteure demonstrierten wie herrlich humorvoll sie improvisieren können, wenn ihnen der Text mal nicht einfällt.

„Wieverregiement“, Schwank in drei Akten von Anton Hamik. Weitere Aufführungen sind am Sonnabend, 22. November, 19 Uhr, und Sonntag, 23. November, 18 Uhr, im Forum, Schulzentrum Schenefeld, Achter de Weiden. Tickets kosten an der Abendkasse sieben Euro und sechs Euro im Vorverkauf. Vorverkauf in Halstenbek: Galerie Brande, Dockenhudener Chaussee 227, und Buchhandlung Cremer, Hauptstraße 61. In Schenefeld bei Schreibwaren Hollmann, Friedrich-Ebert-Allee 20, Optiker Schwarz, Schenefelder Platz 1, und in  Waldenau-Datum beim Hof Ramcke, Datumer Chaussee 191.
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