Gerüchte um Schließung : Waldenau kämpft um seine Sparkasse

Schulterschluss für die  Sparkasse: Ilse Robbe (von links) sammelt Unterschriften für den erhalt der Filiale am Waldenauer Marktplatz. Hinrich und Marlis Krodel unterstützen die Seniorin bei ihrem Kampf.
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Schulterschluss für die Sparkasse: Ilse Robbe (von links) sammelt Unterschriften für den erhalt der Filiale am Waldenauer Marktplatz. Hinrich und Marlis Krodel unterstützen die Seniorin bei ihrem Kampf.

Die Angst geht um: Ist der Ortsteil im Süden Pinnebergs bald ohne eigene Bankfiliale? Eine Seniorin kämpft für deren Erhalt.

shz.de von
19. Oktober 2013, 12:00 Uhr

Die Sparkasse Südholstein muss sparen. Das Unternehmen, dessen Bilanzsumme sich seit dem Jahr 2005 von 6,3 auf 5,1 Milliarden Euro verringerte, hat sich eine Schrumpfkur verordnet. Elf der 47 Geschäftsstellen könnten geschlossen werden. Vor allem kleinere Standorte könnten über die Klinge springen. Wie die Filiale im Pinneberger Ortsteil Waldenau-Datum. Dort geht längst die Angst um. Und es formiert sich Widerstand. Der Tenor lautet: Wir kämpfen um unsere Sparkasse.

Ilse Robbe ist die Vorkämpferin. Wir treffen die Seniorin vor der Filiale am Waldenauer Marktplatz, wo Robbe einst selbst ein Spielwarengeschäft betrieb. Gerade hat sie Unterschriftenlisten in den umliegenden Geschäften verteilt. Bürger können sich mit ihrer Signatur für den Erhalt der Sparkasse stark machen. „Wir sind ein Dorf mit vielen älteren Menschen, die auf persönliche Beratung angewiesen sind“, sagt die gebürtige Pinnebergerin.

Schon während dieses Ortstermins wird klar: Die 67-Jährige, die in einer altengerechten Wohnung an der Schenefelder Landstraße wohnt, ist nicht allein. Mit Hinrich Krodel gesellt sich ein Dorf-Urgestein zu ihr: „Wir stehen alle hinter Frau Robbe“, sagt der Vorsitzende des Sportvereins SuS Waldenau. „Hier wohnen immerhin 4500 Menschen, eine Bank im Ort ist unerlässlich.“ Vor allem älteren Menschen nütze ein Automat gar nichts. Zumal viele von ihnen die Schließfächer und Tresore der Bank nutzten.

Krodel fürchtet zudem, dass die Schließung der Sparkasse sich negativ auf die Umsätze aller Geschäfte im Ort auswirken werde. „Die Entscheidung würde uns sehr schädigen“, meint auch Krodels Frau Marlis.

Imke Gernand, Pressesprecherin der in Neumünster beheimateten Sparkasse Südholstein, bedauert die in Waldenau entstandene Verunsicherung. „Wir wollen keine Unruhe schüren“, sagt sie. Das Unternehmen werde mit getroffenen Entscheidungen offen umgehen. Derzeit sei jedoch gar nichts beschlossen: „Die Gremien beraten noch.“ Voraussichtlich im November werde es Klarheit geben. Schließt die Geschäftsstelle der Sparkasse Südholstein, gibt es in Waldenau und Datum überhaupt keine Bankfiliale mehr. Die VR Bank betreibt in dem Ortsteil lediglich einen Geldautomaten. Ilse Robbe will bei ihrem Kampf für die Filiale mit dem Bürgerverein Waldenau-Datum zusammenarbeiten.

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