Wähle 115 auf dem Telefon

Das 115-Team bei der Vorstellung der neuen Kommunikations-Kooperation im Kreishaus Pinneberg am gestrigen Freitag.
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Das 115-Team bei der Vorstellung der neuen Kommunikations-Kooperation im Kreishaus Pinneberg am gestrigen Freitag.

Zusammenarbeit beim Service-Telefon ausgeweitet: Quickborn, Bönningstedt und Hasloh sind nun mit von der Partie

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05. Januar 2018, 12:24 Uhr

Ab sofort profitieren mehr Bürger von der Service-Nummer 115, die bereits vor sieben Jahren an den Start ging. Die Behördennummer 115 ist die erste Anlaufstelle und der direkte telefonische Draht für Verwaltungsfragen aller Art. „Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Angelegenheiten der Kommunen, Kreise, Länder oder des Bundes handelt“, so Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl. Und er fügt hinzu: „Das spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern häufig auch den Weg zum Amt“. Die Bearbeitung der Anrufe übernimmt – wie bereits seit 2011 für die übrigen 47 Gemeinden des Kreises (ohne Helgoland) – das Service-Center der Kreisverwaltung Pinneberg.

Das „Gehirn“ des telefonischen Service-Centers, das werktags von 8 bis 16 Uhr erreichbar ist, bildet eine Wissensdatenbank, die für fast jedes Anliegen Antworten liefert. „Fragen zum Reisepass, zur Gewerbeanmeldung, Wohngeld und anderen Lebensbereichen können daher schnell und zentral geklärt werden“, erklärt Andreas Köhler, Fachbereichsleiter beim Kreis und Mitglied der Zentralen Arbeitsgruppe des 115-Verbundes.

Über 500 Kommunen, zwölf Bundesländer und die gesamte Bundesverwaltung haben sich der 115 bereits angeschlossen. Weit über 40 Millionen Bürger können den 115-Service heute schon nutzen. Und unabhängig davon, von wo aus man anruft: Jedes deutsche 115-Service-Center kann gängige Fragen beantworten. Die Behördennummer ist in der Regel zum Festnetztarif und damit kostenlos über Flatrates erreichbar. Viele Mobilfunkanbieter haben ihre Preise den Festnetztarifen angepasst.

„Der Kreis Pinneberg, der in vorbildlicher Weise seine kommunale Familie in den 115-Verbund geführt hat, gestaltet so die Zukunft der deutschen Verwaltungen mit“, lobt Jenny Draeger vom Bundesministerium des Innern das hiesige Engagement. „Bürger erwarten von der Verwaltung einen Bürgerservice mit unterschiedlichen Zugangskanälen. Das gilt besonders für die Zukunft. In den nächsten fünf Jahren werden wir die Arbeit der Verwaltung maßgeblich optimieren und die Moderisierung voran treiben”, erläutert Köhler weiter. In einem Modellversuch testeten die Stadt Quickborn und der Kreis Pinneberg daher einige Wochen, ob die in der Stadtverwaltung nicht angenommenen Anrufe an das Service-Center des Kreises Pinneberg geleitet werden können. Ziel war es, nicht nur die Telefonate zu dokumentieren und an die Stadt weiterzuleiten, sondern im ersten Kontakt mit den Anrufern gleich eine sofortige Beantwortung zu erreichen. Ergebnis des Modellversuchs: Bei 90 Prozent der so genannten Überlauf-Anrufe erreichten die Bürger ohne lange Wartezeit einen Mitarbeiter des Service-Centers Pinneberg. Bisher gingen solche Anrufe durch Auflegen ins Leere, Kunden mussten häufiger wiederholt anrufen oder ihnen wurden Rückrufe zugesagt, die eine zusätzliche Arbeitsbelastung für die Sachbearbeitung bedeutet. Dies soll nun nicht mehr der Fall sein. Für Quickborn und die Gemeinden Bönningstedt und Hasloh bedeutet die Zusammenarbeit mit dem Kreis eine Konzentration auf das Kerngeschäft der Verwaltung. „Die Kooperation zwischen der Stadt Quickborn und dem Kreis Pinneberg kann beispielgebend und eine Blaupause für unsere kommunale Familie sein“, ist Landrat Oliver Stolz überzeugt. Einige Kommunen würden bereits ebenfalls über eine eigene Kooperation mit dem Service-Center im Kreis Pinneberg nachdenken.

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