Wächst der Gemeinderat weiter an?

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Bis zu 22 Sitze durch Ausgleichsmandate möglich

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08. Mai 2018, 16:00 Uhr

Es werden in Hasloh nicht nur Stühle gerückt, sondern vielleicht noch ein paar dazugestellt. „Das werden wir noch ausrechnen müssen. Das Ergebnis wird in der Sitzung des Gemeindewahlausschusses am Donnerstag, 17. Mai, bekannt gegeben“, erklärte Thomas Glindemann, Leiter des Bereichs Einwohnerservice im Quickborner Rathaus.

In der vergangenen Wahlperiode hatte der Hasloher Gemeinderat 17 Sitze. Bei der Wahl am vergangenen Sonntag holte die SPD alle neun Direktmandate. Nach der Sitzverteilung würden der Fraktion jedoch nur sieben Sitze zustehen. „Damit hat die SPD zwei Überhangmandate und da die Relation gewahrt bleiben muss, kann es sein, dass die anderen Fraktionen jeweils einen weiteren Sitz als Ausgleichsmandat dazubekommen“, erläuterte der FDP-Fraktionsvorsitzende Kay Löhr. Demnach könnten künftig sogar 22 Gemeindevertreter die Geschicke des Dorfs bestimmen.

Wer an der Spitze der Gemeinde steht, ist eine Frage, die demnächst noch spannend werden könnte: Durch den Verlust der absoluten Mehrheit der SPD ist es durchaus möglich, dass die drei Fraktionen sich gemeinsam für einen anderen Bürgermeister als den bisherigen Amtsinhaber Bernhard Brummund (SPD) aussprechen. „Wir haben eine völlig neue Situation und erstmals vier Fraktionen im Gemeinderat“, sagte Brummund. Er sei überrascht gewesen und habe nicht mit diesem Ergebnis gerechnet.

Auch Löhr gibt zu, dass ihn dieses Resultat in seiner Deutlichkeit überrascht habe. „Es könnte sein, dass es einen anderen Bürgermeister gibt“, sagte er. Im Wahlkampf sei dies kein Thema gewesen. „Wir wollten sachbezogen arbeiten“, betonte Löhr. Auf Wunsch sei er jedoch zu einer Kandidatur bereit.

„Wir haben nicht damit gerechnet, so viele Stimmen zu verlieren“, fasste der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Krohn die Stimmung in seiner Partei zusammen. Während eines zeitnahen fraktionsinternen Treffens solle nun überlegt werden, wie das weitere Vorgehen aussehen soll.

„Wir konnten die Lage schlecht einschätzen und freuen uns jetzt sehr über den Einzug in den Gemeinderat“, sagte Katja Langefeld (PfH). Ihre Fraktion plane, mit allen anderen Parteien in Kürze das direkte Gespräch zu suchen. „Was die Bürgermeister-Wahl anbelangt gibt es mehrere Möglichkeiten. Es ist jedoch schwierig, dazu im Augenblick eine Prognose zu stellen“ sagte Langefeld.

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