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Frauennetzwerk : Vortrag über vergessene Kämpferinnen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Anlässlich des Weltfrauentags stellt die Autorin Susanne Wittek drei Frauen vor, die sich dem Dritten Reich widersetzten.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Anlässlich des 103. Weltfrauentags möchte das Pinneberger Frauennetzwerk drei wenig beachtete Pionierinnen in den Mittelpunkt stellen. In einem Vortrag am Freitag, 7. März, wird die Hamburger Autorin Susanne Wittek drei Frauen porträtieren, die während der Nazi-Zeit gezwungen waren, Deutschland zu verlassen und im Exil zu leben: Rosa Schapire, Magdalene Schoch und Elsbeth Weichmann. „Diese Frauen wurden zu Unrecht von der breiten Öffentlichkeit vergessen“, betont Wittek, die seit 2006 an Projekten über Menschen arbeitet, die vom Nationalsozialismus ins Exil getrieben wurden.

Rosa Schapire war promovierte Kunsthistorikerin und förderte früh die expressionistische Kunst. Schapire vermittelte den Pionieren dieses Malstils finanzkräftige Käufer. Als die Nationalsozialisten den Expressionismus als „entartet“ verdammten, rettete sie Bilder und widersetzte sich Beschlagnahmungen. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft musste Schapire 1939 von Hamburg nach Großbritannien emigrieren.

Magdalene Schoch war die erste habilitierte Juristin Deutschlands und lehrte an der Universität Hamburg. Nach der Machtübernahme der Nazis weigerte sie sich, in die NSDAP einzutreten oder den Hitlergruß auszuführen und arbeitete weiter mit jüdischen Kollegen zusammen. Wittek betont: „Schoch hätte sich anpassen können – aber sie entschied sich für das Exil.“ 1937 ging sie in die USA und setzte dort ihre Karriere letztendlich erfolgreich fort. Heute ist ein Hörsaal an der Hamburger Universität nach ihr benannt.

Elsbeth Weichmann war die Frau von Herbert Weichmann, der 1965 Bürgermeister von Hamburg wurde. Elsbeth Weichmann war selbst stark politisch engagiert und begleitete ihren jüdischen Mann 1933 ins Exil. Nach der Rückkehr nach Deutschland setzte sie sich für Frauenrechte in der jungen Bundesrepublik ein.

Wittek wird die mutigen Frauen nacheinander in Vorträgen porträtieren. „Mit einem Beamer werde ich Fotos an die Wand werfen“, erklärt die Autorin. Begleitet wird Wittek außerdem von der Schauspielerin Katharina Schütz. Diese wird aus Briefen und Texten der drei Pionierinnen vorlesen. „Sie verleiht den Frauen eine Stimme“, so Wittek. Für jedes Porträt nehmen sich die beiden etwa eine halbe Stunde Zeit.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Drostei, Dingstätte 23. Der Eintritt kostet fünf Euro. Ulrike Berg-Weichert, die Leiterin der Frauenberatung freut sich auf zahlreiche Gäste – auch auf Männer.

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