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Pinneberger Tageblatt

19. August 2017 | 07:55 Uhr

Vorgeschmack auf ein Geduldsspiel

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bahnverkehr liegt vier Stunden lang lahm / Kilometerlange Staus auf der A 7 und der A 23 / Hauptader nach Pinneberg verstopft

Waren das die Vorboten für das Verkehrschaos, das die Menschen in der Region während der kommenden Jahre erwartet? Gestern Morgen blieben viele Pendler an den Bahnhöfen stehen, weil die Züge zwischen Pinneberg und Elmshorn wegen einer Stellwerkstörung in Tornesch nicht fuhren. Außerdem stauten sich Autos kilometerlang am Dreieck Nordwest in Hamburg. Stellenweise waren auch Nebenstrecken in Pinneberg dicht.


Stellwerk vier Stunden lang lahmgelegt


Gegen 5 Uhr war an einem Stellwerk in Tornesch die Stromversorgung zusammengebrochen. Deswegen war der Streckenabschnitt zwischen Pinneberg und Elmshorn für etwa vier Stunden nicht befahrbar. Die Bahn setzte stattdessen zehn Busse ein, die als Ersatz pendelten. „Mehr Busse konnten nicht organisiert werden“, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Die Störung im Stellwerk war nach Auskunft der Bahn gegen 9 Uhr wieder behoben. Weil weitere Reparaturarbeiten nötig waren, habe es allerdings noch bis 11.30 Uhr vereinzelt Ausfälle und Verspätungen gegeben. „Seit 11.30 Uhr läuft der Zugverkehr wieder planmäßig“, sagte der Bahnsprecher gestern Mittag.

Wie viele Pendler betroffen waren, konnte die Bahn nicht mitteilen. Auf der Strecke Kiel–Hamburg seien allerdings täglich etwa 15 700 Menschen unterwegs.

Die Weitergabe der Informationen über Verspätungen schien nicht immer reibungslos funktioniert zu haben. „Wäre toll, wenn die Ansagen am Pinneberger Bahnhof mal präziser wären und vor allem rechtzeitig. Wie kann aus einer fünfminütigen Verspätung plötzlich eine halbe Stunde werden?“, schrieb der Facebook-User André Buresch auf der Seite des Pinneberger Tageblatts.

Nach Einschätzung der Bahn gab es keine nennenswerten Probleme. „Die Ansagen wurden aus der 3-S-Zentrale in Kiel vorgenommen. Es sind bisher keine Beschwerden von Kunden erfolgt“, so die Auskunft.

Ob die Bahn wegen der Mega-Baustellen auf der A 7 bereits eine Zunahme der Pendlerzahl registrieren kann? „Um hierzu eine Aussage treffen zu können, ist es viel zu früh“, sagte der Bahnsprecher. Doch das Unternehmen bereitet sich vor: Es umwirbt bereits zusätzliche Passagiere und verspricht wegen der A 7-Bauarbeiten zusätzliche Plätze. Seit dem 22. April gebe es 800 Plätze pro Zug. Vorher seien es unter 700 gewesen. Außerdem will die Bahn auf etlichen Bahnhöfen besser über Waggons informieren, die für Rollstuhlfahrer, Radler und Eltern mit Kinderwagen geeignet sind.

Die Bahn kündigte weitere Behinderungen an: In der Nacht von Sonntag (23 Uhr) auf Montag (etwa 4 Uhr) wird zwischen Pinneberg und Elmshorn an den Oberleitungen gearbeitet. Weil ein Gleis gesperrt werden muss, fahren die Regionalzüge zwischen Hamburg und Kiel sowie Hamburg und Itzehoe etwa 20 Minuten länger. Die Regionalbahnen zwischen Pinneberg und Elmshorn werden durch Busse ersetzt. Nähere Infos gibt die Bahn online (www.bahn.de).

Die Störung bei der Bahn zeigte, wie fragil das Verkehrsnetz in der Region ist. Denn die Ausfälle verursachten auch Staus auf der A 23 und A 7. Zum Nadelöhr wurde mal wieder das Dreieck Nordwest in Hamburg. Auf einer Strecke von sechs Kilometern standen Autos zwischen Pinneberg und Hamburg, genauso wie zwischen Quickborn und Hamburg. „Einen Unfall haben wir dort nicht registriert. Wir führen den Stau auf die Probleme der Bahn zurück“, sagte ein Beamter der Autobahnpolizei in Elmshorn. Viele Pendler seien auf das Auto umgestiegen.

Dicht war auch die Elmshorner Straße zwischen der Autobahnausfahrt Pinneberg-Nord und der Innenstadt. Um 8 Uhr dauerte die „Fahrt“ auf der etwa zwei Kilometer langen Strecke etwa 20 Minuten. Ein Chaos auf mehreren Nebenstrecken der Autobahn stellte die Polizei aber nicht fest.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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