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Einigung : Vorerst keine Pferdesteuer für Holm

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

In Holm herrscht wieder Einvernehmen zwischen den Reitern und der Gemeinde. Die Pferdesportler signalisierten, künftig enger zusammenarbeiten zu wollen. Damit ist die von der Politik angedrohte Pferdesteuer vom Tisch.

Holm | Die Einführung der umstrittenen Pferdesteuer in Holm ist vom Tisch. Zumindest bis auf Weiteres. Reiter und Gemeinde einigten sich auf einen gemeinsamen Weg: Während die Gemeinde zusagte, die Reitwege zu überholen und zu optimieren, sagten die Reiter nach Aussage Rißlers zu, ihre Bemühungen um ein gutes Miteinander und regelkonformes Verhalten bei Ausritten zu intensivieren. Die Ankündigung einer Pferdesteuer hatte vor einigen Monaten für teils heftige Reaktionen in Reiterkreisen gesorgt.

Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier (CDU) begrüßte die Entscheidung gestern. Im Gespräch mit Bürgermeister Walter Rißler, seinem Stellvertreter Uwe Hüttner und Finanzausschussvorsitzenden Horst Schaper betonte sie erneut, die Steuer erziele nicht den gewünschten Effekt, gefährde aber Arbeitsplätze.

In Holmer Ställen stehen etwa 500 Pferde

In Holmer Ställen stehen etwa 500 Pferde. Ihnen und ihren Reitern steht ein Reitwegenetz zur Verfügung, das nach dem Geschmack von Walter Rißler in der Vergangenheit zu häufig nicht genutzt wurde. „Bei uns haben sich die Vorfälle gehäuft, in denen es zu Auseinandersetzungen zwischen Reitern und anderen Verkehrsteilnehmern auf öffentlichen Wegen und Straßen gekommen ist. Dabei haben die Auto- oder Treckerfahrer immer den kürzeren gezogen.“

Hinzu kamen vermehrte Umweltschäden durch Querfeldein-Reiter in den Holmer Sandbergen sowie Reiter, die ihre Tiere im Feuerlöschteich baden ließen. Dann der letzte größere Vorfall im vergangenen Jahr: Eine Reiterin leitete zwei Pferde am Zügel über eine Spurbahn, als die Tiere wegen eines entgegenkommenden Treckers plötzlich scheuten. Sie stürzte und wurde verletzt. Der Landwirt wurde belangt, hat sich aber nach Angaben Walter Rißlers nichts zu Schulden kommen lassen. „Da mussten wir handeln“, sagte der Bürgermeister. Erstmals tauchte danach in der Gemeinde die Idee einer Pferdesteuer auf, um die Reiter zur Räson zu bringen.

Szene hatte via Facebook zum Widerstand aufgerufen

Dass es dazu nun nicht kommen wird, ist das Ergebnis eines Treffens im vergangenen Oktober, zu der die Gemeinde alle Reitvereine in der Umgebung einlud. Hatte die Szene vorher noch via Facebook zum Widerstand gegen die Pläne aufgerufen, lenkten deren Vertreter im Gespräch mit der Gemeinde ein. „Wir waren angetan von dem Verlauf der Diskussion“, so Rißler. Seitdem steht der Kompromiss: Die Gemeinde wird in dieser Saison alle Reitwege überholen und dabei die von den Reitern aufgelisteten Mängel beheben. Kommenden Dienstag werden bei einem Treffen die Details festgelegt.

Im Gegenzug haben sich die Pferdesportler laut Rißler bereit erklärt, sich sowohl finanziell als auch mit Eigenleistungen an der Instandsetzung zu beteiligen. „Wir haben den Reiterhöfen außerdem vorgeschlagen, dass sie zusammen mit dem Verband eine Verkehrssicherheitsschulung für Reiter anbieten“, so Rißler. Wer sich mit seinem Pferd im öffentlichen Raum bewege, müsse sicher sein und wissen, was erlaubt sei und was nicht. Barbara Ostmeier hat den Kompromiss, der auch regelmäßige Treffen beider Seiten einschließt, begrüßt und bezeichnete den Holmer Weg als vorbildlich.

Bereits in der Vergangenheit hatte die Landtagsabgeordnete immer wieder kritisiert, mit der Pferdesteuer werde zum ersten Mal ein Breitensport besteuert. Ostmeier warnte außerdem vor den Folgen für die Wirtschaft. „Drei bis vier Pferde sichern einen Arbeitsplatz. In Schleswig-Holstein leben 30  000 Menschen vom Pferdesport, die Masse der Arbeitsplätze sind im Nebenerwerb.“ Handwerker hingen davon ab, der Sport sei attraktiv für den Tourismus und gut für Kinder und Jugendliche.

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erstellt am 08.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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