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Halstenbek : Vorbildlicher Einsatz für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Landessportverband ehrt Halstenbeker Turnerschaft als ersten Verein im Kreis Pinneberg mit Starter-Paket „Kein Kind ohne Sport“.

Halstenbek/Rellingen | Das Starter-Paket „Kein Kind ohne Sport!“ gibt es seit vier Jahren. Das Angebot besteht aus einem finanziellen Zuschuss, Sportartikeln, einem Beratungsangebot und Fortbildungsgutscheinen im Gesamtwert von 400 Euro. Die von der Sportjugend im Landessportverband Schleswig-Holstein und ihren Mitgliedsorganisationen gestartete Initiative hat das Ziel, durchs Raster fallende Kinder zu unterstützen. Mit der Halstenbeker Turnerschaft (HT) kommt erstmals ein Verein aus dem Kreis Pinneberg in den Genuss des Pakets.

Möglichst alle Mädchen und Jungen sollen an Angeboten des organisierten Sports teilnehmen. „Wir unterstützen bedürftige und sozial benachteiligte Kinder“, informierte Anja Weßel von der unterstützenden Schleswig-Holstein Netz AG. „Wir möchten die HT damit für ihr außerordentliches Engagement zugunsten sozial benachteiligter Kinder auszeichnen“, lobte Weßel. Der Verein leiste einen wichtigen Beitrag, um Flüchtlinge und Asylbewerber zu integrieren.

„Er bindet Flüchtlinge aktiv in das Vereinsleben ein und bieten ihnen die Chance, ihrem favorisierten Sport nachzugehen“, ergänzte Klaus Rienecker, Referent der Sportjugend Schleswig-Holstein. Darüber hinaus habe man bei der HT Hilfe für andere Personengruppen fest im Blick. Als Beispiel führte Weßel eine bei der HT angebotene Spaßaktion für Kinder und deren Eltern an. Die Mitglieder bieten zudem ein Erlebnistraining für adipöse, sprich übergewichtige Kinder.

HT-Geschäftsführerin Heike Fenske freute sich „riesig“ über das Paket einschließlich Fortbildungsangebot. Mit ihrem Team nahm sie Bälle im Wert von 50 Euro entgegen. „Es gibt in unserem Verein viele Menschen, denen das erforderliche Geld fehlt“, so Fenske. Mit dem zweckgebundenen Zuschuss in Höhe von 250 Euro plant Fenske, Schuhe und Trikots für Bedürftige zu kaufen.

Ehrenamtskoordinatorin Miriam Utz sowie Juan Pablo Serra, Sportkoordinator der Initiative „Willkommen in Halstenbek“, freuten sich ebenfalls. „Es ist super, dass wir Mittel bekommen“, so Serra. Häufig fehle es an Utensilien wie Sporthosen und -schuhen. Die Zuwendung ermögliche einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Der Sportkoordinator lobte die „tolle Reaktion des Vereins auf Flüchtlinge“. Die HT habe einen wertvollen Beitrag geleistet, um Asylsuchende zu unterstützen. Beispielsweise „ist es einem traumatisierten Flüchtling gelungen, seine Psyche mit Hilfe von Tischtennis- und Karate-Aktivitäten maßgeblich zu stabilisieren.“

Joan (10) aus dem Irak spielt bei der HT Volleyball und würde sehr gern noch schwimmen. „Wir haben drei Flüchtlingskinder, die sich unheimlich freuen, teilzunehmen“, berichtete Volleyballtrainer Jan Sievers. Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Christine Blankenburg erwähnte jedoch zahlreiche noch abzubauende Hemmschwellen. „Das Angebot für Flüchtlingskinder ist im Aufbau“, erläuterte Utz.

Die Debatte über soziale Armut startete vor fünf Jahren in Deutschland. „Die Vereine hatten beklagt, vieles nicht leisten zu können“, erinnert sich Rienacker. Ziel der Kampagne ist es, Sportvereine zum Aufbau regionaler Initiativen zu motivieren. Ferner sollen mehr Kinder und Jugendliche das Angebot von Sportvereinen nutzen. Die Sportjugend Schleswig-Holstein vergibt insgesamt 20 Pakete im Jahr – wie auch in den anderen Bundesländern. Bewerben kann sich jeder Verein im Internet.

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erstellt am 02.Sep.2015 | 14:00 Uhr

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