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Kreiskaninchenschau in Tangstedt : Von Rammlern und Riesen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

256 Tiere traten bei der Kreiskaninchenschau in Tangstedt an. Der Jungzüchter Jannick Luca Marquardt überzeugt mit einem Hasen der Rasse „Zwerg Rex weiß“. Dem Verband mangelt es an Nachwuchs.

Tangstedt | Sie sind gecheckt, einfarbig, mit hängenden Löffeln, seidigem Fell oder bis zu acht Kilo schwer – bei der Kreiskaninchenschau in Tangstedt führten Züchter aus dem Kreis Pinneberg am Wochenende 256 ihrer Tiere vor. In der Sporthalle am Brummerackerweg traten die besten Exemplare gegeneinander an.

„Dabei wird nach Punktesystem bewertet – ab 96 Punkten gibt es ein ‚sehr gut‘, ab 97 Punkten ‚vorzüglich‘“, erklärte Uwe Eggers, Kreisvorsitzender und 1. Vorsitzender des Kaninchenzuchtvereins „U63 Pinneberg und Umgebung“. Bei der Bewertung werde auf alles geachtet – Größe, Form und Fell spielen ebenso eine Rolle wie das Verhältnis von Kopf zu Ohr. „Einzelne weiße Haare bei dunklen einfarbigen Rassen werden als Fehler genau besehen – ab ungefähr acht Haaren ist es ein Büschel und der Hase fliegt raus“, so Eggers.

Das beste Tier der ganzen Ausstellung kommt dieses Mal von dem Jungzüchter Jannick Luca Marquardt – ein Hase der Rasse „Zwerg Rex weiß“ mit roten Augen hat die Punktzahl von 97,5 erreicht. „Das ist schon wirklich gut – die vollen hundert Punkte wurden hier noch nie vergeben“, so Eggers. Er selbst züchtet seit 40 Jahren Kaninchen, ist durch seinen Vater zu dem Hobby gekommen. „Nach dem Krieg hatte die Kaninchenzucht noch einen ganz anderen Stellenwert – Kaninchenfleisch galt wegen seines hohen Eiweißgehalts als besonders gesund und war auch eine Einnahmequelle“, erklärte er. Heutzutage seien aber besonders Moderassen beliebt.

Doch wie fast jedem Verein fehlt es auch den Kaninchenzüchtern an Nachwuchs. Die Zahl der Jungzüchter zwischen sechs und 18 Jahren sei schon lange rückläufig. Der Tangstedter Jens Beckmann, selbst stolzer Züchter von sogenannten „Deutschen Riesen“, sieht das Problem im falschen Bild, das viele Menschen von der Kaninchenzucht haben. „Dass Kaninchenzucht mit der Landwirtschaft zusammenhängt ist Quatsch“, erklärte er. Im Verein hätten sie keinen einzigen Landwirt. „Jeder, der einen Garten hat, kann theoretisch auch Kaninchen züchten.“ Ein anspruchsvolles Hobby sei es, „und ein wenig Zeit muss man schon investieren“, weiß Beckmann.

Jeden ersten Montag im Monat treffen sich die Vereinsmitglieder, um gemeinsam die nächsten Ausstellungen zu planen und ihre Tiere sowie Fehler bei der Zucht zu besprechen. „In den Wettbewerb zu treten, das ist schon ein besonderes Erlebnis“, sind sich Eggers und Beckmann einig – denn auch, wenn man vieles bei einem Kaninchenwurf planen kann, weiß der Kreisvorsitzende: „Ein wenig Glück ist immer dabei“.

Aktuell gibt es in Deutschland zirka 149.000 Kaninchenzüchter, die in etwa 7000 Vereinen organisiert sind. Fachausdrücke wie „Löffel“ anstelle von Ohren sind auch Laien bekannt – darüber hinaus gibt es aber noch eine Vielzahl weiterer Begriffe. So wird der Schwanz eines Kaninchens „Blume“ genannt, als „Schmetterling“ bezeichnet man einen so geformten dunklen Fleck an der Nase. Der „Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter“ hat in Deutschland 88 Rassen in 370 verschiedenen Farbschlägen anerkannt
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