Neuer Blick auf Altbekanntes : Von Pinnebergs ewiger Schule

Die heutige Außenstelle der Johannes-Brahms-Schule wurde 1910 gebaut.
Die heutige Außenstelle der Johannes-Brahms-Schule wurde 1910 gebaut.

Haus in der Lindenstraße dient seit mehr als 100 Jahren als Lernzentrum für junge Menschen. Letzte bauliche Veränderung 1996.

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29. August 2018, 13:30 Uhr

Pinneberg | Der Wasserturm, die Drostei, die Paasch-Halle, die Christuskirche an der Bahnhofstraße und der Bahnhof selbst – wie oft geht man an diesen denkmalgeschützten Gebäuden in Pinneberg vorbei, ohne sie wahrzunehmen oder zu wissen, was hinter diesen Mauern ist? Die Künstlerin Imke Stotz hat die denkmalgeschützten Gebäude in Aquarellfarben festgehalten. Stotz’ Tochter Helen Stotz liefert als Kontrast zu den bunten Bildern jeweils streng komponierte Fotos von den Originalbauwerken in klassischem Schwarz-Weiß. Elf Pinneberger Gebäude werden im Laufe der Serie vorgestellt.

Viele Fenster, weiße und grüne Verzierungen – das ist charakteristisch für das Gebäude in der Lindenstraße 14 in Pinneberg. Es ist heute die Außenstelle der Johannes-Brahms-Schule. Über 100 Jahre alt ist das Gebäude, das seit seiner Errichtung junge Menschen beherbergt hat.

Die ehemalige Mädchenschule aus Sicht der Künstlerin Imke Stotz.
Imke Stotz
Die ehemalige Mädchenschule aus Sicht der Künstlerin Imke Stotz.
 

Die Einweihung des Hauses erfolgte 1910. Der Neubau wurde als höhere Mädchenschule errichtet und löste damit die an der Ecke Lindenstraße/Moltkestraße schon über Jahrzehnte existierende Privat-Töchter-Schule ab. Seit 1907 bat das Schulkollegium von Pinneberg die königliche Regierung – und dort das Amt für Schulwesen – mehrfach um Errichtung eines Neubaus.

Umwidmung zur Mittelschule

Während des Ersten Weltkrieges mussten auch Lehrer der Schule in der Lindenstraße in den Krieg ziehen. Folglich machte sich Lehrermangel breit und sogar Erzieherinnen wurden an die Schule geholt. Die höhere Mädchenschule musste einen Lehrertod beklagen. 1926 erfolgte die Umwidmung zur Mittelschule für Knaben und Mädchen. 1950 kam die Schülerschaft aus 18 Gemeinden. 603 Jungen und Mädchen gingen dann montags bis freitags dort ein und aus. 1956 wurde die Schule zur Karl-Sörensen-Realschule umbenannt, der von 1928 bis 1937 Rektor an der Lehreinrichtung war. 1973 stand das Wort Abriss im Raum. Mit der Zeit hatten sich Mängel an dem Gebäude bemerkbar gemacht. Doch sowohl Schulkollegium als auch Stadt Pinneberg entschieden sich aufgrund der soliden Bausubstanz für Sanierungsarbeiten. Im Mai 1981 wurde Richtfest am Erweiterungsbau der Karl-Sörensen-Schule gefeiert. Ein Aufenthaltsraum sowie ein Sprachlabor und zwei große Klassenräume samt Nebenräumen entstanden. Die Baukosten beliefen sich auf eine Millionen Mark plus 150.000 Mark zusätzlich für das Sprachlabor. Der Tornescher Künstler Hermann Stehr war für die grünen und roten Keramiksteine an der Eingangsseite verantwortlich.

Im November 1996 wurde für den zweiten Anbau Einweihung gefeiert. Es handelt sich um einen gegliederten, zweigeschossigen Neubau mit einem flach geneigten Pultdach. Der Innenhof verband den Neu- mit dem Altbau. Wie das Pinneberger Tageblatt am 18. November 1996 berichtete, feierte die Schule den Anbau und das Jubiläum im Doppelpack. In dem Zuge wurden auch ein paar Geschichten wieder hervorgeholt. So habe im Jahr 1924 Fräulein Müller das Klassenbuch im Plumpsklo entsorgt und soll es dort mit Kohlstrünken zugeschüttet haben. 2011 wurde das Gebäude in der Lindenstraße zur Außenstelle der Johannes-Brahms-Schule.

Zu der Serie gibt es fünf Postkarten jeweils mit den Motiven Ernst-Paasch-Halle, Wasserturm, Drostei, Christuskirche und der Bahnhof in der Geschäftsstelle des A. Beig-Verlags, Damm 9-19, zu kaufen. Eine Postkarte kostet 1,20 Euro, ein Satz mit fünf Karten fünf Euro.

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