Bilsen : Von Mumien, Pharaonen und Zeptern

Seltsame Gestalten begegneten den Zeltlager-Kindern mitten im Bilsener Wohld.
1 von 2
Seltsame Gestalten begegneten den Zeltlager-Kindern mitten im Bilsener Wohld.

Grusel-Geschichte rund ums Bilsener Zeltlager.

shz.de von
23. Juli 2015, 16:00 Uhr

Bilsen | Eine Mumie, ein Pharao und ein königliches Zepter hielten die 40 Kinder des traditionellen Zeltlagerwochenendes auf der Bürgermeisterwiese in Bilsen in Atem. Spiel, Spaß und Spannung erlebten die Kinder, die von acht Jugendbetreuern und zehn Erwachsenen begleitet wurden.

Wie seit 33 Jahren war es die Aufgabe der Kinder, Unheil vom Dorf abzuwenden. Schon am ersten Abend sahen die Zelter nach dem Verzehr von Spiegelei und Stockbrot eine Mumie am Wiesenrand auftauchen.

Fabian (7): „Die hatte keine Augen, sie torkelte, fiel um und sah sehr gefährlich aus.“ Sie habe vor ihrem Verschwinden einen Sack fallen lassen. „Darin waren uralte Schiefertafelfragmente mit Hieroglyphen“, berichtete Fabian.

Der eilig herbeigerufene Ägyptologe Professor Sebastian von Schlingensief habe entziffern können, dass der Name des Pharao Tut an Aton aus der zweiten Dynastie genannt worden sei. „Sein Leichnam verschwand vor hundert Jahren samt seinen Insignien aus einem altägyptischen Museum in Kairo“, wusste der Gelehrte zu berichten. Die aufgetauchte Mumie sei ein Untergebener von ihm.

Trotz der schaurigen Geschichte vergnügten sich die Kinder bei der anschließenden Freiluftdiskoauf dem Zeltplatz. Am folgenden Tag spazierten sie durch den Bilsener Wohld im Himmelmoor zum „Waldfrieden“, wo Inhaber Siegmund Beierle ihnen ein Mittagessen spendierte.

Allerdings: Auf dem Hinweg tauchte im Wald erneut die Mumie auf, und vor den erstaunten Augen der Kinder trugen hinter der Mumie Männer eine Sänfte, in der der Pharao saß. „Zum Glück hat der Professor uns ein Salzgemisch mitgegeben, das Mumien abhält“, war Fabian sehr erleichtert. Lilli (8) verkroch sich hinter ihrem Papa, der als Betreuer mitging. Die Gruppe fand weitere Fragmente, aus denen hervorging, dass das Zepter des Pharao von einem Deutschen nach Bilsen geschmuggelt worden war.

Die Hieroglyphen wiesen den Kindern den Weg zum Versteck des Zepters. Der Professor entschlüsselte auch, dass der Pharao die Nachfahren des Diebes mit einem schrecklichen Fluch belegt hatte. Das Zepter brachten die Kinder während der Nachtwanderung dem Pharao zurück.

„Auf einer Wiese stand eine Pyramide mit dem Pharao und der Mumie davor, es war gruselig“, sagte Emely. Phillip (13) fand besonders die Mumie cool. „Wir übergaben dem Pharao das Zepter, er verbeugte sich, wir auch“, sagte er. Der Pharao alias Pyrotechniker Manuel Goi begeisterte alle mit einem Feuerwerk.

Fußballspielen, Wettkämpfe und basteln sowie Eis standen noch auf dem Programm. Beim abschließenden Frühschoppen für alle Bilsener erhielten die Zeltlagerteilnehmer ein Präsent. Phillip hat die Altersgrenze erreicht, um am Zeltlager teilzunehmen. „Ich mache auf jeden Fall als Betreuer weiter“, war für ihn klar.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen