Von der Schulbank ins Leben

Die Abiturienten des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums feierten ihren Abschied mit einer Bühnenshow – wie mit diesem Ausschnitt aus dem Schulmusical „Abi im Kasten – Hochzeit im Eimer“.
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Die Abiturienten des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums feierten ihren Abschied mit einer Bühnenshow – wie mit diesem Ausschnitt aus dem Schulmusical „Abi im Kasten – Hochzeit im Eimer“.

Entlassung der Abiturienten am Borchert-Gymnasium / 25 Einser-Schüler dabei / „Ein guter, leistungsstarker Jahrgang“

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29. Juni 2018, 16:00 Uhr

Das war’s – so ganz realisiert haben das Judith Fischer und Konstantin Raudszus noch nicht. Die beiden 18-Jährigen sind zwei von 103 Schülern, die dieses Jahr ihr Abitur am Halstenbeker Wolfgang-Borchert-Gymnasium (WoBo) gemacht haben. Gemeinsam mit ihren Mitschülern wurden sie am Mittwochnachmittag feierlich entlassen – ja, genau zu der Zeit, als Deutschland sich von der Weltmeisterschaft verabschiedete.

Zum Glück waren die Schüler erfolgreicher. Sie bedankten sich bei Eltern und Lehrern mit einem Bühnenprogramm – vom Ausschnitt aus dem Schulmusical bis zur Lehrerband. Und die Schüler hatten Zahlen gesammelt: Der Abischnitt lag bei 2,3. Schulleiter Veit Poeschel ergänzte in seiner Rede: „25 Zeugnisse haben eine Eins vor dem Komma stehen. Sie sind ein guter, leistungsstarker Jahrgang.“

Und einer, der weiß, wo er hin will: Für Judith etwa geht’s ins Freiwillige Soziale Jahr. Sie wird bei der Halstenbeker Turnerschaft ab September mit Kindern arbeiten. „Ich spiele dort seit acht Jahren Volleyball und der Verein ist mir sehr ans Herz gewachsen“, sagt sie. Im Anschluss plant sie, Regierungssekretäranwärterin in Hamburg zu werden. Eigentlich kann sie es kaum erwarten, wieder etwas zu tun. „Es war ein bisschen wie Ferien, wir hatten seit Ostern keine Prüfung mehr“, sagt sie. Dass die Schule vorbei ist, sei für sie noch surreal. „Aber auch befreiend. Keine Termine mehr.“ Ganz ähnlich sieht das Konstantin. „Ich glaube, ich realisiere erst so richtig, dass ich fertig bin, wenn ich woanders hinkomme“, sagt er. Und er weiß auch schon wohin: Nachdem er das Chemieprofil am WoBo absolviert hat, will er nun Molecular Lifescience studieren – entweder in Hamburg oder in Lübeck. „Für Hamburg habe ich schon die Zusage, aber lieber möchte ich nach Lübeck.“ Raus und etwas sehen.

Beide waren ab der fünften Klasse auf dem WoBo und erlebten den Umzug ins neue Gebäude mit – pünktlich zur Oberstufe. „Ich weine der alten Schule tatsächlich etwas hinterher“, gesteht Judith. Ihr fehlt das alte Flair. Auch Konstantin sagt: „Es war eine Umstellung, das neue Gebäude hat einen anderen Geist. Im Nachhinein war die alte Schule gemütlich.“

Eine Meinung, die der Jahrgang allgemein zu teilen scheint. Das jedenfalls kam heraus in einem selbstgedrehten Film, in dem die Schüler zum Abschied sich selbst und die Lehrer interviewten. Im Endeffekt waren sich aber alle einig: Es war eine gute Zeit am WoBo.

Das war auch das Fazit der Schülerrede. „In den acht Jahren sind viele unzertrennliche Freundschaften entstanden“, so die beiden Redner. Sie blickten aber auch zurück auf Prüfungsangst und Selbstzweifel. Und sie gedachten einem Mitschüler, der vor den Prüfungen verstorben war.

In die Zukunft sah Bürgermeister Claudius von Rüden. Er riet: „Nehmen Sie sich Zeit, Klarheit über Ihre eigenen Wünsche und Fähigkeiten zu bekommen. Stehen Sie zu ihren Ecken und Kanten – wie die Brauerei Ihres Vertrauens.“ Ein kleiner Verweis auf das Abi-Motto 2018: „Holstenbek – Abi im Kasten“.

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