zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

22. September 2017 | 19:17 Uhr

Jubiläum : Von der kleinen zur großen Schiene

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Eisenbahnfreunde Uetersen-Tornesch feiern Jubiläum. Eine neue digitale Anlage ist auch geplant.

Uetersen | 25 Jahre ist es her, dass sich im Raum Uetersen 13 Eisenbahnbegeisterte zusammenfanden, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen. Als Eisenbahnfreunde Uetersen ließ sich die Gemeinschaft in das Vereinsregister Elmshorn eintragen. Da später immer mehr Mitglieder aus der Nachbarstadt Tornesch hinzukamen, wurde 2004 der Name in Eisenbahnfreunde Uetersen-Tornesch geändert. Zu Beginn waren es nur Modellbahnanlagen, die betrieben wurden. Mittlerweile gehören zum Fuhrpark der Eisenbahnfreunde (EFU) auch große Lokomotiven, darunter eine Motordraisine sowie eine Diesellok.

Vorsitzender Ingo Vagt und sein Stellvertreter Rainer Cord, die zu den Gründungsmitgliedern zählen, erinnern sich an die Anfänge: „Wir trafen uns damals im alten Stadtwerkehaus, um zu basteln und eine Modellanlage zu bauen.“ Erster öffentlicher Auftritt des Vereins war dann 1990 mit einem Info-Stand bei der Einweihung der sanierten Gleisanlage der Uetersener Eisenbahn AG. 1991 wollten die Eisenbahnfreunde von der kleinen auf die große Schiene und bauten in Eigenarbeit eine Handhebeldraisine. Das Fahrzeug entstand aus zwei Achsen einer alten Lore, hat später sogar Preise gewonnen und ist heute noch in Betrieb. Legendär und längst Kult sind die traditionellen Nikolausfahrten Anfang Dezember. Vagt: „Es ist übrigens die einzige Handhebeldraisine in Deutschland, die eine Abnahmeurkunde der Bundesbahndirektion hat.“

1995 schenkten die Zementwerke Alsen-Breitenburg dem Verein das Kleinfahrzeug des Typs KLV 12-4861 – eine rote Draisine mit geschlossenem Fahrzeugkasten und einem Kfz-Motor in der Größe eines Kleinwagens. Das Fahrzeug wurde komplett zerlegt, neu aufgebaut und noch im selben Jahr bei einer Veranstaltung eisenbahnrechtlich wieder zugelassen. Zurzeit sind Jugendliche aus dem Verein dabei, die in die Tage gekommene Draisine erneut flottzumachen. 1998 überlässt die Papierfabrik Stora Uetersen dem Verein eine Feldbahnlok und einige Loren. Die Fahrzeuge werden wieder betriebsfähig hergestellt und können bis heute auf einem extra angelegten Rundkurs am Ostbahnhof gezeigt und auch genutzt werden. „Etliche Weichen und Schienen haben wir damals aus dem Grundstück einer stillgelegten Ziegelei in Seester ausgebuddelt beziehungsweise vom Torfwerk Quickborn erhalten“, erinnert sich Vagt.

Bei Festen in Uetersen oder Tornesch organisieren die Eisenbahnfreunde auch schon einmal Fahrten auf den Gleisen zwischen beiden Städten. Dann gehört auch die rote Kleinlok Köf II aus dem Jahr 1955, die der Verein 2001 erwarb, zu den Attraktionen. Vor zwei Jahren holten sie sogar einen alten Triebwagen des Typs, der bis Ende der 1960er-Jahre zwischen Uetersen und Tornesch pendelte, in die Rosenstadt. Bei allem Engagement auf den „echten“ Schienen wird der Modellbau aber nicht vernachlässigt: Die 1997 begonnene Konstruktion einer Anlage, die die Strecke Tornesch-Uetersen aus der Zeit um 1965 darstellt, ist fast beendet. Die 23 Einzelmodule von je einem Meter Länge wurden von Vereinsmitgliedern teilweise in Heimarbeit gebaut. Die meisten Häuser sind originalgetreu nach alten Fotos entstanden. Und im Vereinsdomizil, dem alten Güterschuppen der Uetersener Eisenbahn AG am Ostbahnhof, wird gerade ein neues Projekt gestartet: der Bau einer digitalen Modellbahnanlage, die auch per Smartphone und Tablet-PC gesteuert werden kann. Wer Interesse hat, daran mitzuarbeiten, kann sich beim Vorsitzenden Ingo Vagt unter der Telefonnummer 04122-44878 melden oder eine Mail an info@eisenbahnfreunde-uetersen.de schicken. Mehr Infos im Netz auf der Internetseite der Eisenbahnfreunde.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen