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Entlassungsfeier an der GuGS : Von der Aula auf die Weltbühne

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

An der GuGS Pinneberg wurde der letzte Tag zu einem fröhlichen Ereignis mit ernsteren Untertönen.

Pinneberg | Die Schulzeit vorbei, wie werde ich jetzt Millionär? So ein Gedanke war es vielleicht, der die Grund- und Gemeinschaftsschule (GuGS) Pinneberg bei der Ausgabe der Abschlusszeugnisse zu einem der beliebten Fernseh-Show nachempfundenen Quiz inspiriert hatte. Fotos aus den Jahren seit der fünften Klasse waren zu erläutern. Die Schulabgänger schlugen sich wacker. Auch wenn danach niemand die Rübekamphalle mit einem Koffer voller Geld verließ, die guten Noten und das amüsante Rahmenprogramm reichten, den letzten Schultag zu einem fröhlichen Fest zu machen.

Die Fragen, die sich die Klassenlehrer ausgedacht hatten, waren auch witzig genug. Da musste man sich auf alten Fotos wiedererkennen, sich an Kurzschlüsse und andere Zwischenfälle während der Klassenfahrten erinnern oder über ausgefallene Hobbys der Mitschüler Bescheid wissen. Etwas Politik und Sport ergänzten die Aufgaben. Es war ein zwangloser Abschied von gemeinsamen Jahren.

Schulleiter Thomas Gerdes allerdings war eher nachdenklich gestimmt. „Normalerweise halte ich bei dieser Gelegenheit gerne eine launige und weniger tiefgründige Rede“, begann er seine Ansprache, aber diesmal legen ihm die Ereignisse der letzten Jahre, Monate, Wochen und Tage ernstere Worte in den Mund. Und er zählte auf: „Beschränkungen der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit, terroristische Anschläge und kriegerische Auseinandersetzungen, Ausbeutung und Gewalt nehmen in meiner Wahrnehmung einen immer größeren Raum ein.“ Dieser Entwicklung stellte Gerdes aber sogleich das Sehnen aller Menschen nach einem friedlichen und glückerfüllten Leben entgegen. Deswegen weigere er sich ganz bewusst, dem „Defizitären, Respektlosen und Gewaltbringenden“ den meisten Raum zu geben. Für die Schulabsolventen traten Jasmin Hettich und Joshua Fock ans Mikrophon und nahmen auch die Chance wahr, ihre Klassenlehrer noch einmal auf die Bühne zu bitten, um ihnen zu danken. Es war eben auch ein emotioneller Abschied von der Schulzeit. Dabei, so schränkte Gerdes ein, sei es für viele gar kein wirklicher Abschied. Er freue sich sehr, dass viele Zehntklässler sich für den Wechsel in weiterführende Schulen entschieden haben. Das gelte erst recht für das neunte Schuljahr. Nur für wenige Schüler war es zugleich der Schlussstrich.

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erstellt am 17.Jul.2017 | 16:06 Uhr

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