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Nach Schießerei in Obdachlosenunterkunft : Von den Schüssen aus dem Schlaf gerissen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

31-Jähriger mit Schreckschusswaffe. Der Schütze ist psychisch krank.

Pinneberg | Es ist gegen 1.30 Uhr nachts. Plötzlich wird die nächtliche Ruhe im Pinneberger Stadtteil Quellental durch Schüsse gestört. Es folgt der Lärm von unzähligen Sirenen. Rettungswagen und sechs Einsatzfahrzeuge der Polizei rasen an die Ecke Thesdorfer Weg/ Richard-Köhn-Straße. Insgesamt 20-mal drückt ein 31-Jähriger auf den Abzug. Erst nachdem Spezialkräfte der Polizei das als Obdachlosenunterkunft genutzte Haus stürmen, wird klar: Es handelt sich nur um eine Schreckschusswaffe.

Wie die Polizei mitteilte, hatten mehrere Anwohner, die die Schüsse hörten, in der Nacht zu gestern die Polizei alarmiert. Ein Zeuge gibt präzise an, er habe aus der sogenannten Schlichtunterkunft dreimal je drei aufeinanderfolgende Geräusche gehört, die wie Pistolenschüsse klangen. Um 1.42 Uhr stoppt der erste Streifenwagen in der Nähe des zweistöckigen Backsteinhauses. „Die eingesetzten Beamten melden, dass immer noch geschossen wird und sichern das Umfeld. Ob vom Täter eine scharfe Waffe verwendet wird, ist zunächst unklar“, beschrieb Kai Hädicke-Schories von der Polizei gestern die ersten Eindrücke aus dem nächtlichen Einsatz. Weitere Streifenwagen treffen ein. Beamte umstellen das Gebäude. Die Ermittler finden heraus, dass sechs Bewohner für das Haus gemeldet sind. Wieviele in dieser Nacht zu Hause sind, wissen sie nicht. Das SEK erreicht gegen 2.45 Uhr den Einsatzort und bringt sich in Stellung. Der Tatort ist mittlerweile großräumig abgesperrt, kein Fahrzeug- und Fußverkehr ist mehr möglich – dann folgt der Zugriff.

Die Spezialkräfte betreten das Gebäude und gehen vorsichtig zu dem Zimmer im Obergeschoss, aus dem die Schüsse kamen. Durch einen laut Polizei überraschenden Zugriff wird der polizeibekannte 31-jährige Mann überwältigt und festgenommen. „In seinem Zimmer wurde auch eine Waffe mit dazugehöriger Munition gefunden, es handelt sich dabei um einen Schreckschussrevolver“, teilte die Polizei gestern mit. Die Waffe sei grundsätzlich legal gewesen, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte: „Aber rumschießen durfte er damit natürlich nicht.“ Bei dem Einsatz gab es keine Verletzten.

Gestern früh wurde der Mann von einem Amtsarzt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Es liege laut Polizei eine psychische Störung vor.

 

 

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erstellt am 09.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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