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Das Naturfilmfestival Green Screen : Von Brandenburg in den Indischen Ozean

vom

Ihre Tageszeitung lädt Sie zu einem Kinoabend der ganz besonderen Art mit drei Naturfilmen ein.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Zum neunten Mal kommt das internationale Naturfilmfestival Green Screen von Donnerstag bis Montag, 10. bis 14. September, nach Eckernförde und wird dort etwa 15.000 Besucher begeistern. An sechs Spielstätten in der Stadt an der Ostsee werden dann zirka 100 Filmproduktionen gezeigt. Drei davon, die kürzlich von einer Jury aus Filmemachern und Journalisten ausgewählt wurden, sind bereits am Mittwoch, 26. August, in der Elsa-Brändström-Schule, Zum Krückaupark 7, in Elmshorn zu sehen: „Wildes Sri Lanka – Waldwelt“ von  Joe Loncraine und Mike Birkhead, „Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal ganz anders“ von Ulf Marquardt und „Unter Störchen – Ein Dorf im Vogelfieber“ von Herbert Ostwald.

Die Zeitungen des Pinneberger A. Beig-Verlags und des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) laden ihre Leser ein, sich die drei Werke anzusehen und danach darüber abzustimmen, welcher Filmemacher am Sonnabend, 12. September, beim Naturfilmfestival Green Screen in Eckernförde mit dem begehrten Publikumspreis ausgezeichnet werden soll.

Unter Störchen – Ein Dorf im Vogelfieber

Rühstädt im nordwestlichen Brandenburg beherbergt Deutschlands größte Weißstorchkolonie. Fast vierzig Storchenpaare brüten jeden Sommer auf den Hausdächern der nur 200 Dorfbewohner. Mit ihrem Nachwuchs locken die Tiere alljährlich etwa 30000 Besucher an. Aber der Vogeltourismus hat seinen Preis: Eine Flut von Touristen verstopft die Straßen, Dächer bröckeln und Fassaden werden verschmutzt. Ein örtlicher Storchenclub und ein rühriger Bürgermeister sind deshalb unermüdlich im Einsatz. Nester müssen gebaut und repariert, Teiche angelegt und Wiesen zur richtigen Zeit gemäht werden.

Der Ort, der das Prädikat „Europäisches Storchendorf“ trägt, lebt seit Jahrzehnten im Jahreszeitenzyklus dieser Vögel. In nur gut 100 Tagen müssen sich die Störche finden, paaren und Junge bis zum Abflug großziehen.

Es ist ein harter Lebenskampf, der den Besuchern Rühstädts weitgehend verborgen bleibt. Die Störche kämpfen um die Nester, zerstören die Gelege anderer und sind rund um die Uhr der Witterung ausgeliefert. Regen, Hitze und Greifvögel reduzieren die Zahl der Küken, bei Krankheiten werfen sie die schwächsten Jungtiere einfach aus dem Nest. Ohne ausreichendes Nahrungsangebot gehen die Vögel zugrunde. Auch dabei helfen die Dorfbewohner und päppeln die Nesthäkchen bis zum Abflug wieder auf. Rühstädt zeigt modellhaft, wie es durch koordinierte Eingriffe in die Natur gelingen kann, mit einem großen Vogel in der Nachbarschaft zu leben und davon selbst einen Nutzen zu haben.

Wildes Sri Lanka – Waldwelt

Blaues Meer, weiße Strände, grüne Wälder: Sri Lanka gilt als Perle im  Indischen Ozean. Diese Insel vor der Südostküste von Indien ist kleiner als Bayern, aber ihre Natur zeigt sich derart üppig und ihre Tier- und Pflanzenwelt so vielfältig, dass sich Sri Lanka in dieser Hinsicht mit einem ganzen Kontinent messen kann. Faszinierende Flugaufnahmen und spektakuläre Kranfahrten, extreme Nahaufnahmen und weite Landschaftspanoramen, Zeitraffer und Zeitlupen vermitteln ein eindrucksvolles Bild von Sri Lanka.

Die Wälder im Inneren der Insel beherbergen eine Fülle an Lebewesen: mehrere Arten von Languren bevölkern die Baumkronen, etwa die Weißbartlanguren, die in den Gebirgswäldern zu Hause sind. Wegen der fortschreitenden Zerstückelung ihres Lebensraums gilt diese Art als stark gefährdet.

Am Boden findet sich manches Schlangennest: Dort ist der Tigerpython zu Hause – mit mehr als fünf Metern Länge eine der größten Schlangenarten der Welt. Der Python bebrütet und umsorgt sein Gelege nur solange, bis sich der Nachwuchs in den Eiern zu regen beginnt. Kurz bevor die Jungen schlüpfen, verlässt das Elterntier das Nest – andernfalls würde es den eigenen Nachwuchs fressen.

Ein fürsorglicher wirkendes Brutverhalten zeigt der Blau- oder Schmuckkitta, ein farbenprächtiger Vertreter aus der Familie der Rabenvögel, der nur auf Sri Lanka vorkommt. Außer den Eltern kümmern sich alle nahen Verwandten um den Nachwuchs.

Einer der kleinsten Bewohner von Sri Lankas Wäldern ist die Weberameise. Sie errichtet Nester auf Bäumen.

Die Bergwälder der Insel sind der Lebensraum des Felsenfrosches, der aussieht wie ein Stein und durch diese Tarnung in den Flüssen kaum auszumachen ist. 1500 Meter über dem Meer leben Süßwasser-Krabben, und nachts erscheinen die „Waldgeister“ – in Gestalt der Schlank-Loris mit ihren riesigen Augen.

Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal ganz anders

600 Kilogramm pure Freundlichkeit: Die Seekuh, auch Manati genannt, ist nicht gerade eine Postkartenschönheit. Aber Seekühe sind die friedlichsten Kolosse, die die glasklaren Flüsse und die Meeresküsten Floridas bewohnen. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages mit dem Fressen von Wasserpflanzen. Die Weibchen kümmern sich aufopferungsvoll um ihre eigenen und die Jungen anderer Mütter. Aggressives Verhalten ist ihnen völlig fremd. Lediglich bei der Paarung geht es rund. Dann verfolgen oft mehrere Bullen eine Kuh, manchmal wochenlang, bis sich das Weibchen für den künftigen Vater ihrer Kinder entscheidet.

Wenn man das Glück hat, Seekühe über längere Zeit beobachten zu können, merkt man, dass das Bild des dicken Langweilers völlig falsch ist. „Seekühe sind aktive, verspielte und intelligente Tiere“, sagt Filmemacher Ulf Marquardt. Der Film „Hamiltons Abenteuer“ konnte nur entstehen, weil sich er und seine Crew ausgiebig Zeit nahmen, die Geheimnisse der Seekühe zu lüften. Zum ersten Mal ist die Paarung der Seekühe zu sehen, die üblicherweise von neugierigen Blicken verborgen in trüben Gewässern stattfindet. Auch die wilden Spiele halbwüchsiger Seekuhbullen waren so noch nie im Film zu sehen.

„Hinzu kommt der Titelheld unserer Geschichte, Hamilton“, sagt Marquardt. „Eine bestimmte Seekuh über mehrere Jahre zu begleiten und ihre dramatische Lebensgeschichte zu erzählen ist bislang noch keinem Filmteam gelungen.“

Außer seltenen Aufnahmen der Seekühe zeigt der Film weitere beeindruckende Aufnahmen der grandiosen Natur Floridas: Unterwasseraufnahmen der skurrilen Schlangenhalsvögel sind ebenso zu sehen wie die spektakulären Jagdstrategien der Delfine. Am Ende wird der Zuschauer die scheinbar schwerfälligen Seekühe mit anderen Augen sehen und Hamilton in sein Herz geschlossen haben.

 

Die Teilnahme an der Veranstaltung in Elmshorn ist kostenlos. Der Einlass beginnt um 18 Uhr, die Vorstellung der drei Filme um 18.30 Uhr. Um Anmeldung beim Kundencenter des A. Beig-Verlags in Elmshorn, Schulstraße  62-66, wird werktags von 9 bis 17 Uhr unter Telefon 04121-2972831 gebeten.

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