„Klimatour Apfel ” : Von Apfelblüten und verschiedene Amphibien

Geschickt fotografiert: Nicht der ganze Apfelbaum, sondern der erste Zweig blüht.

Geschickt fotografiert: Nicht der ganze Apfelbaum, sondern der erste Zweig blüht.

Der Pinneberger Hans Rutar radelt von Heidelberg nach Haseldorf. Von seinen Erlebnissen berichtet er regelmäßig.

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04. April 2019, 00:00 Uhr

Bei der Klimatour Apfel fand er in Heidelberg keine blühenden Apfelbäume, wie bereits berichtet. Daher ist Hans Rutar in dieser Woche von Offenburg/Landkreis Ortenau weiter Richtung Freiburg nach Süden geradelt. Die Kirschen stehen in voller Blüte.

Und die Apfelbäume?

Mit dem Rad bin ich aufmerksam und langsam unterwegs. In mehreren Dörfern stehen in den Grünanlagen historische Obstpressen. Hier in der Gegend werden diese Pressen als Trotte bezeichnet. Die Schale, die den Presssaft aufnimmt, ist manchmal aus Gusseisen. Mir gefällt besonders eine, die aus Stein gehauen wurde. Der Stein wiegt vier Tonnen – so steht es auf dem Schild.  In der Ortschaft Schutterwald ist der erste Apfelzweig in Blüte. Wenn ich geschickt in den Baum fotografiere, sieht es wie ein blühender Apfelbaum aus. Von der anderen Seite aus fotografiert ist er ein noch kahler, blütenloser Baum. Von nun an ist es spannend. Wenn es irgendwo weiß blüht, was ist das für ein Baum? Ersehnte Apfelblüte oder altbekannte Kirsche? Oder doch bereits eine Birne? Bemerkenswert sind auch die Eichelhäher und Grünspechte, die ich auf diesen Obstwiesen treffe.

Für den weiteren Weg Richtung Freiburg/Breisgau hat der Wetterbericht Regen angesagt. So ist es auch gekommen. Ab Mittag regnet es im Rheintal. Die Packtaschen bewähren sich genauso sehr wie der Regenanzug aus dem Sportgeschäft. Nur die Handschuhe werden klitschnass. Zweimal mache ich Pause, setze mich zum Aufwärmen in ein Café.

Am nächsten Morgen kommt die nächste Überraschung: Schneeflocken fallen vom Himmel. Auf dem Fußweg liegen die weißen Blütenblätter der Kirschbäume und die weißen Flocken fallen dazu. Auch, wenn diese sich sofort in Wasser verwandeln. Ein guter Grund, im Zimmer zu bleiben. Ich nehme mir die Zeit, um die Webseite zu ergänzen. Jetzt konnten die Fotos der vergangenen Tage in Ruhe sortiert werden.

Für das Wochenende haben mich neu gewonnene Freunde eingeladen. Die beiden sind aktiv im Naturschutz tätig. Das bedeutet in dieser Gegend, dass Wiesen mit alten Obstbäumen gepflegt, alte Steinmauern erhalten und von Brombeeren freigeschnitten werden. In den warmen Ritzen der Steinmauern wohnen Mauereidechsen. Mit dem Naturschutzgebiet Rohrwiesen ist auch ein Feuchtgebiet unter Betreuung. Es handelt sich um ein ehemaliges Flussbett, das ein Nebenfluss des Rheins zurückgelassen hat. Die meisten dieser Flächen sind trockengelegt und aufgefüllt. Dann wird das Gebiet bebaut oder die Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Jetzt am Sonntag war Familientag. Im Laufe des Tages kommen um die hundert Interessierte zu dem Wasser. Die Jugendlichen erhalten Gelegenheit zum Keschern. Sie finden Fische (Stichling, Gründling), einen Egel und Libellenlarven. Die Amphibien hatten die Schutzgebietsbetreuer bereits am Morgen an speziellen Stellen gesucht. Mir fallen besonders Kammmolch, Fadenmolch, Alpensalamander und Springfrosch auf. Tiere, die ich im Kreis Pinneberg noch nicht gesehen habe.

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