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Ungewöhnlicher Wechsel : Vom Soldaten zum Erzieher

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Uetersener mit Erfolg auf dem zweiten Bildungsweg

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2013 | 00:31 Uhr

Warst Du schon beim Bund? Noch in den 90er Jahren tauschten sich Männer häufig über das Thema aus. Auch der Student der Bildungs- und Erziehungswissenschaften Andreas Weiße (42) stellte sich 1992 diese Frage. „Vor gefühlten 100 Jahren habe ich meinen Wehrdienst bei der Bundeswehr angetreten“, erinnert sich der Uetersener. Die Arbeit sei ihm damals als sehr anspruchsvoll erschienen. Der Zivildienst war für den gebürtigen Essener keine Alternative zum Bund. „Das Leid alter und kranker Menschen in massiver Form ging mir zu nahe“, erzählt der angehende Kinderpädagoge.

Nach seiner Wehrdienst- Zeit zögerte Weiße nicht lange und unterschrieb seine Erstverpflichtung. Denn die dort angebotenen Möglichkeiten empfand er als attraktiv. Hinzu kam „ein bisschen Abenteuerlust“. Denn damals begannen die Einsätze der Blauhelme in Kambodscha und Somalia.

Nach einer intensiven Berufszeit beim Bund mit vielen Auslandseinsätzen und Weiterbildungen hat sich Weiße entschieden, sein Leben nochmal in eine andere Richtung zu lenken. „Kinder- und Jugendarbeit begleitet mich schon mein ganzes Leben“, so der erfolgreiche Student. Schon immer engagierte er sich gerne bei den Pfadfindern.

Den auf den ersten Blick drastischen Kontrast zwischen den Berufen Soldat und Kinderpädagoge sieht der 42-Jährige nicht. Denn heute versteht sich der Bundeswehrsoldat ja eher als Schlichter einer kriegerischen Auseinandersetzung und nicht mehr als „Krieger selbst“. Bei der Bundeswehr betreute er diverse technische Abläufe unter anderem an der Unteroffiziersschule der Luftwaffe in Schleswig-Holstein. „Früher habe ich mich stark mit Erwachsenenbildung beschäftigt“, so Weiße. Deshalb sei es für ihn reizvoll, den Weg weiterzugehen. „Mit dem Bogen hin zum Thema Kindheit“ möchte er seinen beruflichen Werdegang vervollständigen. Besonders reizvoll für den Hobby-Pfadfinder ist es, „aus einer hierarchischen Organisationsstruktur zu kommen und eine neue Welt zu entdecken“.

„Beispielsweise gibt es im Bereich der Schulkindbetreuung ganz andere Organisationsstrukturen als bei der Wehr“, so Weiße. Wo sich der Ehemann einer Erzieherin zukünftig sieht? „Ich kann mir vorstellen, im Jugend- und Sozialamt zu arbeiten“, sagt der angehende Sozialpädagoge. Bei der dortigen Tätigkeit kann ich meine vorherigen Erfahrungen einbringen. Auch wenn die Arbeit mit den Lütten ihm „sehr viel Spaß“ bereitet, möchte er zukünftig nicht in Kindergruppen arbeiten. Läuft alles glatt, hat der Vater eines 14-jährigen Sohnes 2015 sein Examen in der Tasche und kann sich auf die Suche nach seinem Traumjob begeben.

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