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Der Hausfrauenbund im Kreis Pinneberg : Vom kleinen Verein zu zertifiziertem Bildungsträger in der Region

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die neueste Initiative: Ein neues Wohnprojekt für unbegleitete Flüchtlinge. Wir zeigen die Entwicklung vom kleinen Verein zu zertifiziertem Bildungsträger in der Region auf.

Kreis Pinneberg | Im August oder September startet ein neues Wohnprojekt: Sieben unbegleitete Flüchtlinge zwischen 16 und 18 Jahren sollen gemeinsam leben – betreut von einem Sozialarbeiter, zwei Erziehern und einer Hauswirtschafterin. In die Wohnung am Pinneberger Damm ziehen nur Jungen ein. „Das ist eine berufsorientierte Wohngruppe“, erläutert Martina Goetz, Geschäftsführerin der Beruflichen Bildung im Deutschen Hausfrauen Bund (DHB). „Die jugendlichen Migranten haben großen Unterstützungsbedarf. Sie sollen Deutsch lernen und sich beruflich orientieren“, berichtet Goetz. Es sei die erste Wohngruppe des Vereins. „Wir betreten mal wieder Neuland. Man muss Dinge ausprobieren, sonst kommt man nicht weiter“, sagt Goetz.

Mit Experimentierfreude begann es schon 1986. Aus der Ortsgruppe Uetersen entwickelte sich unter dem Dach des Hausfrauenbunds der Verein der Beruflichen Bildung: „Hauswirtschaftsleiterinnen und Berufsschullehrerinnen nutzten die damals leerstehenden Lehrwerkstätten in der Pinneberger Berufsschule, um jungen Frauen mit Lernbeeinträchtigungen zu helfen“, sagt Goetz.

Was klein begann, ist heute ein komplexes Geflecht: Die Berufliche Bildung im DHB ist zum zertifizierten Bildungsträger mit 55 Mitarbeitern geworden. Ausbildung, Berufsvorbereitung, Coaching, Förderung, Beratung, Schulessen und Betreuung an Pinneberger Grundschulen gehören dazu. Und jetzt auch noch die neue Wohngruppe – das ist das tägliche Geschäft. Goetz leitet von Pinneberg aus eine gut vernetzte Institution entlang der Westküste Schleswig-Holsteins. So erfolgreich der Verein derzeit ist, die 55-Jährige kann sich auch an Rückschläge erinnern: „Wir haben mal einen Supermarkt eröffnet. Ein wirtschaftlicher Reinfall“, berichtet sie.

Rahmenbedingungen verbessern

Außer der beruflichen Bildung ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien und Haushalte erklärtes Ziel der Institution. „Wir brauchen moderne Versorgungsstrategien“, sagt Goetz. Obwohl der Verein unter dem Dach des Hausfrauenbunds beheimatet ist, habe er mit dem klassischen Hausfrauendasein nicht mehr viel zu tun. „Ich gebe zu, der Begriff Hausfrau klingt wenig sexy. Aber wir alle sind neben unserem Beruf doch auch Hausfrauen und Hausmänner, die ihr Leben organisieren müssen“, sagt Goetz. Klassische Hausfrauen gebe es kaum noch.

Heute gehe es um gute ergänzende Dienstleistungen, die überforderten, berufstätigen Eltern das Leben erleichtern können. Und auch die ökonomische Bildung gehöre dazu – Themen wie Budgetplanung, Altersvorsorge, Versicherungen. „Es ist noch viel zu tun“, sagt Goetz. Die ausgebildete Ökotrophologin leitet den Verein seit 2002 und der expandiert kräftig weiter - zusätzlich zu den 55 Mitarbeitern werden derzeit weitere 14 gesucht. „Erzieher, Coaches und Frauen, die nach der Mutterzeit den beruflichen Einstieg wollen – eben sozial erfahrene Leute, die gern auch reifer sein können“, sagt Goetz.

Informationen direkt bei der Beruflichen Bildung im DHB, Am Drosteipark 11 in Pinneberg unter Telefon 04101-84243550 oder per E-Mail an: info@berufliche-bildung-dhb.de
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erstellt am 09.Jun.2016 | 10:00 Uhr

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