Tornesch : Volle Bahnen und geschlossene Türen

Wollen sich jetzt für die Fahrgäste der Nordbahn einsetzen: Gisela Hüllmann und Gerhard Quast von der Tornescher Bürgerinitiative „Dorfbahnhof – Nein Danke“.
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Wollen sich jetzt für die Fahrgäste der Nordbahn einsetzen: Gisela Hüllmann und Gerhard Quast von der Tornescher Bürgerinitiative „Dorfbahnhof – Nein Danke“.

Tornescher beschweren sich bei der Bürgerinitiative „Dorfbahnhof – Nein Danke“ über die Nordbahn. Treffen mit den Verantwortlichen.

shz.de von
09. Mai 2015, 10:00 Uhr

Tornesch | Man stelle sich folgendes Szenario vor: Die Fahrgäste stehen morgens auf dem Bahnsteig und warten darauf, zur Arbeit zu kommen. Der Zug fährt ein, aber die Türen öffnen sich nicht, weil im Inneren bereits so viele Menschen stehen, dass der Zugführer sich entschließt, einfach weiter zu fahren. In Tornesch ist dies bittere Realität, sagt Gisela Hüllman, die Initiatorin der Bürgeriniative „Dorfbahnhof – Nein Danke“, die sich für mehr Zughalte in der Stadt einsetzt.

„Mein Mann hat das selbst schon erlebt“, sagt die Tornescherin. Zudem hätten sich viele Pendler, Schüler und Auszubildende bei ihr gemeldet und ihr die Situation zu den Stoßzeiten morgens und abends geschildert. „Und das waren einige“, so Hüllmann. In Pinneberg sei dies ebenfalls regelmäßig vorgekommen, berichtet sie. Auch mit häufigen Verspätungen müssten die Tornescher leben. Wer den Zug gar nicht erst betreten kann, kommt zwangsläufig zu spät. „Welcher Arbeitgeber macht das denn langfristig mit? Das sind doch alles Steuerzahler“, wettert Hüllmann. „So etwas kann doch nicht sein. Das ist ein Armutszeugnis für die Stadt.“ Die Regionalbahn, die in Tornesch bisher nicht hält, sei hingegen verhältnismäßig leer. „Da fahren manchmal nur 20 Leute mit. Das ist doch nicht wirtschaftlich“, sagt sie.

Hüllmann habe morgens mit Wartenden am Bahnsteig gesprochen, die ihr das Problem bestätigten. Ein anderes Thema: die sanitären Anlagen. Oft seien diese defekt, sagt sie. Eine ausführliche Mängelliste hat Hüllmann und Mitstreiter Gerhard Quast an die Nordbahn geschickt. Auf dieser wird auch aufgeführt, dass es nach wie vor keinen zweiten Automaten gibt, mit dem Zugfahrten mit der Deutschen Bahn gebucht werden können. Die Nordbahn hat bereits reagiert und einen Termin mit der BI ausgemacht. Am Montag soll es im Torneum ein internes Gespräch geben. Auch die Mitglieder einer ähnlichen Bürgerinitiative in Glückstadt, der Bürgermeister von Elmshorn Volker Hatje (parteilos) und Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) haben sich angemeldet. Torneschs Stadtoberhaupt Roland Krügel hat sich ebenfalls angekündigt.

Dennis Fiedel, Sprecher der zuständigen Nah SH GmbH, reagiert überrascht angesichts der Beschwerde. „Bisher war uns das nicht bekannt.“ Dass die Züge voll sind, wisse er. In der Startphase habe es auch tatsächlich Probleme mit der Pünktlichkeit und mit überfüllten Zügen gegeben. Diese seien aber nun ausgeräumt. „Solche Zustände können aber natürlich nicht im Interesse des Landes sein“, räumt er ein. Die BI-Initiatorin Hüllmann hofft, dass das bevorstehende Gespräch mit der Nordbahn am Montag konstruktiv verläuft und sich die Situation für die Fahrgäste in Zukunft verbessert.

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