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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 19:48 Uhr

Voght-Schule im Frankreich-Fieber

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Austausch Gastschüler zu Besuch in Rellingen / France Mobil bringt den deutschen Schülern Französisch näher

Eigentlich ist Unterricht, doch auf dem Fußballfeld auf dem Schulhof der Caspar-Voght-Schule (CVS) wird ein erbittertes Match ausgetragen. Die jungen Spieler schwänzen nicht etwa, sie sind Gastschüler aus Frankreich und warten auf ihre Gastgeber, die gerade über Schulbüchern brüten. Angekommen sind sie erst spät am Vortag, es ist ihr erster Tag an der CVS in Rellingen. Während ein Teil sich auf dem Fußballplatz verausgabt, entspannen die anderen in der Aula. 19 Schüler sind sie zusammen und sie sind gespannt auf Deutschland. „Wir machen viele Aktivitäten. Wir sind aufgeregt, das ist wirklich cool“, sagt die 13-jährige Alice auf Englisch. Deutsch zu sprechen, trauen sie und ihre Mitschüler sich noch nicht so recht, dabei lernen sie die Sprache in ihrer Heimat, Castelnau-le-Lez nahe Montpellier, an der Frédéric Bazille Schule.

Auf dem Programm stehen Besuche in Hamburg, Lübeck, Büsum und die Nordsee. Morgen sind die französischen Schüler im Rathaus zu einer offiziellen Begrüßung zu Gast. „Dabei sollen sie möglichst viel Deutsch reden“, sagt Carolin Geise, Französischlehrerin an der CVS und verantwortlich für den Schüleraustausch. Den positiven Effektvom Sprechen mit Muttersprachlern haben die deutschen Schüler schon erlebt: Sie waren bereits für neun Tage in Frankreich. „Die Schüler sprechen mehr, sie haben ihre Scheu verloren“, sagt Geise. „Es war wirklich schön in Südfrankreich, wir wären am liebsten noch eine Woche länger geblieben.“ Und es haben sich schon Freundschaften gebildet. Alexandre (13) freute sich, seinen Austauschpartner wiederzusehen. Allen Hindernissen zum Trotz: „Ich mag nicht fliegen, ich hatte richtig Angst“, sagt er.

Während sich die französischen Schüler noch erholen und auf Deutschland einstellen, üben die deutschen Schüler fleißig Französisch: Die Fachbereichsleiterin Sabine Rabe hat extra zu diesem Termin das France Mobil an die CVS geholt. Organisiert vom Deutsch-französischen Jugendwerk (DFJW), fährt das Mobil durch ganz Deutschland und macht an Schulen Halt, um den Schülern Französisch von Muttersprachlern näherbringen zu lassen. Cyndie Noujarede (28) aus Bordeaux ist nach ihrem Jurastudium ein Jahr lang in Norddeutschland im Einsatz. Mit den CVS-Schülern arbeitet sie spielerisch an der Sprache. „Es ist gut, wenn sie merken, dass sie Französisch so verstehen können, das nimmt ihnen Angst“, sagt sie. Die junge Frau wollte mit Kindern arbeiten und zieht nun mit Vokabelkarten, Computer und Fähnchen von Schule zu Schule. „Ich bin dreimal die Woche an einer Schule und sehe an einem Tag 100 Schüler.“ Für sie ein großer Spaß. Die CVS-Schüler sind zunächst allerdings etwas skeptisch: Es dauert, bis sie verstehen, was sie tun sollen. Zum Beispiel aufgeteilt in drei Gruppen um die Wette Stille Post spielen – natürlich auf Französisch. Doch das Gelächter, das am Ende aus dem Raum schallt, zeigt, wie gut die Völkerverständigung klappt.

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