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Pinneberger Tageblatt

20. November 2017 | 13:04 Uhr

Tangstedt : Vizemeister im Wikinger-Schach

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tangstedter Team punktet im skandinavischen Gesellschaftsspiel. Internationale Wettkämpfe im Blick.

von
erstellt am 20.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Tangstedt | Seit dem vergangenen Jahr gibt es ein deutschlandweites Ranking für Einzelpersonen und Mannschaften in der Sportart Kubb – vielen auch als Wikinger-Schach bekannt. „Gelistet sind 550 Kubber und 120 Mannschaften“, berichtet Matthias Fesser aus Tangstedt. Und von dort kommt der Vize-Meister 2017: Die „25499er“, benannt nach der Postleitzahl des Ortes, sind ein Team von sechs Spielern, die seit 2013 zusammen spielen. 

Kubb ist ein Geschicklichkeitsspiel, das meist unter freiem Himmel gespielt wird. Ähnlich dem Schach, ist es einer Schlacht zweier Heere nachempfunden. Seinen Ursprung hat es in Skandinavien. Daher wird es auch Wikinger-Schach genannt. Gewöhnlich treten zwei Teams mit ein bis sechs Mitgliedern gegeneinander an. Die Spieler versuchen,  die Holzklötze (Klotz=Kubb) der Gegenpartei mit Wurfhölzern umzuwerfen. Der König in der Mitte des Felds muss zuletzt getroffen werden. Wer zuerst alle Klötze der Gegner und den König umgeworfen hat, gewinnt. Ein Spielsatz besteht aus einem König, zehn Klötzen, sechs Wurfhölzern und, je nach Ausführung, vier Eckstäben. Gespielt wird in der Regel auf Freiflächen, etwa im Garten, in Parks oder am Strand. Umfangreiche Informationen zum Spiel bieten der Deutsche Kubb-Bund und die Plattform Kubb Deutschland, die auch jeweils eigene Ranglisten führen.

„Am Anfang haben wir bei vielen Wettbewerben nicht mal die Vorrunde überstanden“, sagt Fesser und lacht. Doch kontinuierliches Training und Ehrgeiz brachten die Mannschaft weiter. „Bei unserer ersten Teilnahme an der Europameisterschaft belegten wir den 41. Platz – immerhin“, so Fesser weiter. Er selbst schaffte es im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft in Gotland bei mehr als 1000 Teilnehmern sogar auf den dritten Platz.

„2017 haben wir an 14 Turnieren teilgenommen, bei acht davon im Mannschafts-Ranking“, erklärt Fesser. Die Wettbewerbe fanden in Berlin, Jena, Dresden und in Schindhard nahe der französischen Grenze statt. „Das ist das Größte in Deutschland, ein tolles Erlebnis“, sagt Mannschaftsmitglied und Fessers Partnerin Tuula Meyer. Das Ranking werde inzwischen sogar in den USA wahrgenommen. „Dort gibt es eine sehr aktive Kubb-Szene und sogar ein eigenes Magazin über den Sport“, berichtet Fesser. Auf den Erfolg des Teams sind die Spieler stolz, doch allzu hoch hängen sie ihn nicht. „Wir haben ganz viel Glück gehabt. Einige Mannschaften, die besser sind als wir, waren bei den Turnieren nicht dabei“, sagt er.

Für 2018 streben die Sportler die Teilnahme an der Weltmeisterschaft an. „Außerdem wollen wir mit unserem Wohnmobil zu Turnieren fahren, bei denen wir noch nicht waren, und viel Spaß haben“, sagt Meyer. Ein Kubb-Spiel haben sie übrigens immer dabei, auch im Urlaub. „Ob am Strand von Kreta, den Kanaren, der Dominikanischen Republik oder in Büsum am Deich – wir finden immer ein Plätzchen zum Spielen“, sagt Meyer. Gespielt wird im Sommer so gut wie jeden Tag, im Winter entscheidet das Wetter. „Wenn es zu nass ist, macht es keinen Spaß“, sagt Meyer. Ihr Vater, Rainer Maxim, ist mit 71 Jahren übrigens der Älteste im Team. „Er hat erst vor zwei Jahren angefangen, und das zeigt auch, dass das ein Sport für jedes Alter ist“, sagt Meyer. Im Einzel-Ranking ist Maxim übrigens auf Platz 15.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Tangstedter Jugendpfleger Boris Kaufmann wurde in Tornesch die deutsche Einzel- und Doppelmeisterschaft ausgerichtet. Ab dem kommenden Jahr ändert sich der Team-Name: Die Mannschaft heißt dann „Kubb-sh“. Schon jetzt präsentieren sie sich auf ihrer Internet-Seite, die zu einer Plattform für alle Kubb-Begeisterten in Norddeutschland werden soll. Dort ist auch ein Wettkampf-Regelwerk des Deutschen Kubb-Bunds zu finden. „Wir freuen uns auf die kommende Saison und hoffen auf viele Siege“, sagt Fesser.

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