Ranzen-Aktion der Arbeiterwohlfahrt : Viertklässler aus dem Kreis Pinneberg spenden

Die ehemaligen Viertklässler der Moorwegschule in Wedel haben ihre Ranzen gespendet.
Die ehemaligen Viertklässler der Moorwegschule in Wedel haben ihre Ranzen gespendet.

Arbeiterwohlfahrt im Kreis Pinneberg organisiert die Aktion zum siebten Mal. Die Taschen werden im Sozialkaufhaus vergeben.

shz.de von
23. Juli 2015, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Kreis Pinneberg läuft derzeit zum siebten Mal die Ranzen-Aktion für die Sozialkaufhäuser. „Wir haben bereits mehr als 100 Schultaschen erhalten“, sagte Awo-Projektleiter Wolfram Gambke gestern im Gespräch. Er rechne allerdings damit, dass auch in diesem Jahr wieder mehr als 200 Ranzen gespendet werden.

Mit den Spenden sollen Familien unterstützt werden, die sich keinen neuen Schulranzen für ihr Kind leisten können. Sie können derzeit in den vier Sozialkaufhäusern im Kreis Pinneberg die Schultaschen erwerben – für einen symbolischen Betrag von einem Euro.

Die Idee zur Ranzen-Aktion ist laut Gambke vor sieben Jahren an einer Schenefelder Grundschule entstanden. „Damals hatten die Eltern der Viertklässler die Idee, die Grundschultaschen ihrer Kinder für das Sozialkaufhaus zu sammeln und sind auf uns zugekommen“, sagte Gambke. Im Folgejahr habe die Awo die Aktion dann ausgeweitet und schreibe seitdem jährlich die Schulleiter an, um sie für die Idee zu begeistern. „Etwa die Hälfte der Grundschulen im Kreis Pinneberg beteiligt sich jedes Jahr an der Ranzen-Aktion“, berichtete Gambke. Er wisse auch, dass es an einigen Schulen eigene Spenden-Aktionen gebe, die von Eltern oder Lehrern organisiert würden und etwa Kindern in Afrika zugute kämen.

Kinder, deren Schule sich nicht an der Aktion beteiligt habe, die jedoch trotzdem gern ihren Ranzen für einen guten Zweck spenden wollen, können diesen auch direkt bei einem der Awo-Sozialkaufhäuser abgeben. Gambke sagte, dass auch andere Schulutensilien, die nicht mehr benötigt werden, dort abgegeben werden können: Regenüberzüge, Turnbeutel und Federmäppchen werden ebenfalls benötigt und auch andere gut erhaltene Schulutensilien finden während der Sommerferien dankbare Abnehmer.

Ein Dankeschön ist inklusive

Die Schüler, die ihre Ranzen spenden und einen ausgefüllten Spenden-Zettel in die Tasche legen, erhalten von der Awo ein Dankeschön. „Wir freuen uns, wenn die Kinder ihre Schulsachen abgeben, und es ist uns wichtig, dass sie dafür belohnt werden“, sagte Gambke. Allerdings gab er zu, dass die Viertklässler aus dem vergangenen Schuljahr erst vor kurzem ein Dankesschreiben erhalten hätten: „Mir war es sehr wichtig, dass dies erledigt ist, ehe die neue Aktion beginnt.“ Gambke sagte, dass die Schüler ein Dankesschreiben und eine Einladung ins Sozialkaufhaus erhielten. Dort dürften sie sich dann drei Bücher aussuchen: „Unser Deal ist ein Schulranzen gegen drei Bücher“, sagte er.

Nicht allen Kindern falle es leicht, sich von ihren Schulranzen zu trennen. „Wir haben im vergangenen Jahr einen Jungen gehabt, der sich erst in letzter Minute entschieden hat und bei dem viele Tränen geflossen sind“, sagte Gambke. Das Kind sei im Zwiespalt gewesen, seine Schultasche als Erinnerungsstück zu behalten oder für den guten Zweck zu spenden. „Das ist für Kinder eine schwierige Situation, aber wir finden es natürlich auch in Ordnung, wenn ein Kind sich dazu entschließt, den Ranzen wieder mit nach Hause zu nehmen. Wenn es seine Meinung ändert, kann es ja auch noch später vorbeikommen.“

Im Kreis Pinneberg gibt es vier Sozialkaufhäuser. Dort können Menschen einkaufen, deren Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet, diese liegt etwa bei 2100 Euro netto für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Vor Ort muss entweder eine Erklärung zum Einkaufen ausgefüllt oder der Tafel-Ausweis oder Hartz-IV-Bescheid mitgebracht werden.

Elmshorn: Gärtnerstraße 10, montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 11 Uhr geöffnet.
Uetersen: Finkenbrook 1, montags bis donnerstags von 7 bis 16 Uhr, freitags von 7 bis 11 Uhr geöffnet.
Pinneberg: Osterholder Allee 21, montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr geöffnet, freitags geschlossen.
Wedel: Kronskamp 106, montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 11 Uhr geöffnet.
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