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Pinneberger Tageblatt

22. November 2017 | 10:27 Uhr

Vierlinge in den Kriegswirren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Serie Frauen und Heimat Auf den Spuren der eigenen Großmutter: Christine Hintz porträtiert Magda Behnke

von
erstellt am 24.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Die Kommunalbeamtin Christine Hintz (51) brauchte einen kleinen Schubs, um das Porträt ihrer Großmutter zu der Broschüre „Frauen in Rellingen“ beizusteuern: Ihr Vater, der gebürtige Jürgen Behnke, hielt vor einigen Jahren die Erstauflage in den Händen. Das Porträt seiner Mutter Magda Behnke befand sich nicht unter den dort vorgestellten Frauen. „Warum ist deine Großmutter nicht im Buch, immerhin hat sie Vierlinge zur Welt gebracht“, fragte Jürgen Behnke seine Tochter. Da die Projektgruppe Frauen und Heimat plante, eine Zweitauflage zu veröffentlichen, stellte Christine Hintz daraufhin ihre Großmutter im zweiten Band vor. „Für mich war es eine Ehre, Magda Behnke vorzustellen“, erläuterte Christine Hintz. Sie selbst ist eine Rellinger Deern. Sie wuchs wie ihr Vater in der Gemeinde auf. „Meine Großmutter war für mich, wie die anderen Frauen auch, eine gewöhnliche Frau mit außergewöhnlicher Geschichte“, ergänzte Hintz.

Magda Behnke hat es beispielsweise geschafft, ihre neun Kinder während der schweren Kriegs- und Nachkriegszeit zu erziehen und zu versorgen. Die Vierlinge kamen im Kriegsjahr 1940 zur Welt und mussten neben drei anderen Kindern versorgt werden. „Sie war eine charakterstarke, umsorgende Mutter mit Stolz“, erinnerte sich Christine Hintz. Die Gesichtszüge der Rellingerin ähneln stark der ebenfalls hochgewachsenen Großmutter.

Für Christine Hintz bedeutet der Begriff Heimat „Platz der Familienmitglieder und Lebensabschnitte“. Sie selbst verbrachte ihre Kindheit in Rellingen. Sie umsorgt dort nach wie vor ihre in Rellingen lebenden Eltern. „Rellingen hat einen liebenswerten, historisch-charmanten Ortskern mit vielen schönen Geschäften“, sagt sie. Es sei charakterisch für die Gemeinde, dass man im Ortskern immer auf bekannte Menschen trifft. „Das macht Rellingen lebenswert“, erläuterte die Mutter von zwei Kindern. Auch ihr Vater treffe dort immer noch auf Bekannte und Freunde. Er empfinde dies deshalb ebenfalls als „etwas Besonderes“.

Was die Vergangenheit betrifft, hatten für Christine Hintz die Schützenfestumzüge, vorbei an den geschmückten Häusern, „etwas Liebenswertes“. „Das vermisse ich inzwischen“, bedauerte Hintz. Den Umzügen sei durch die festlich dekorierten Häuser immer eine „wertschätzende Bedeutung“ zugekommen. Der historische Ortskern mit Festen hat die Zeit zur Freude der gebürtigen Rellingerin überdauert.

„Während der Arbeit in der Rellinger Projektgruppe habe ich realisiert, dass Menschen aus unterschiedlichen Ländern in der Gemeinde leben“, berichtete sie. „Als Tochter einer aus Pommern stammenden Mutter ist mir bewusst geworden, dass ich ausländerfreundlich erzogen wurde.“ Sie lernte während des Vorhabens zudem Menschen aus anderen Ländern kennen, die in Rellingen eine Heimat gefunden haben.

Was die Zukunft betrifft, wünscht sich Christine Hintz, dass der Ortskern mit seiner Historie die Zeit überdauert. Menschen jeden Alters sollten weiterhin von dem Zentrum mit seiner Barockkirche profitieren. Die Broschüre „Frauen in Rellingen“ ist im Rathaus wie in der Buchhandlung Lesestoff erhältlich.

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