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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 01:44 Uhr

HSV-Reform : Vier Männer wollen den Umbruch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mit der Initiative „HSVplus“ soll der Hamburger SV zu einem modernen Unternehmen werden / Mitglieder sollen entscheiden

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2013 | 10:13 Uhr

Ernst-Otto Rieckhoff sieht nicht aus wie ein Revolutionär. Der ehemalige Aufsichtsratschef des Hamburger SV jedoch will den alten HSV völlig umkrempeln. Der schwerfällige Dino soll zu einem modernen Fußballunternehmen werden. Die jetzige Struktur des HSV, in der die Mitglieder das letzte Wort haben, soll einer neuen weichen. Seine Vorstellung: Statt wie bisher durch einen elfköpfigen Aufsichtsrat und eine Vereinsvorstand soll die neue „HSV Fußball Aktiengesellschaft“ von einem dreiköpfigen Präsidium geführt werden. Der Einfluß der Mitglieder wäre damit beschnitten, auch wenn Rieckhoff bei der Vorstellung seines Konzepts mit dem Titel „HSVplus“ betonte, der HSV solle auch weiterhin basisdemokratisch aufgestellt werden.

Mittelpunkt des neuen Konstruktes ist ein sogenannter Beirat, der zugleich als Wahlausschuss fungiert. Dieser Beirat setzt sich nach Vorstellungen Rieckhoffs aus dem Vorstand der Amateurabteilungen sowie der Förderer zusammen. Der Beirat erstellt ein Anforderungsprofil für die Mitglieder des Präsidiums und stellt diese Kandidaten der Mitgliederversammlung des Hamburger SV vor. Dieses Präsidium vertritt den Verein dann in der Hauptversammlung der neuen Fußball AG.

So soll sichergestellt werden, dass der Verein nach den Statuten der Deutschen Fußball Liga auch weiterhin 50 Prozent plus einen Stimmenanteil an der ausgegliederten AG hält. Das künftige operative Geschäft hingegen wird dann durch einen Vorstand der neuen Fußball AG bestimmt.

 Der Einfluss der Mitglieder reduziert sich damit also dramatisch. Rieckhoff, der nach eigenen Worten mehrere Monate an dem Konzept gearbeitet und es gemeinsam mit Rechtsanwälten und Wirtschaftsexperten erstellt hat, stellt klar, dass die Mitglieder ihre Entscheidungsgewalt behielten. Nur die Mitgliederversammlung könne beispielsweise über die Aufnahme von strategische Partnern entscheiden, die Anteile an der Fußball AG kaufen wollen. „Um den HSV langfristig wieder wettbewerbsfähig zu machen, gibt es zu dieser Umstrukturierung keine Alternative“, so Rieckhoff.

Als ehemaliger Chef des Aufsichtsrats kennt Rieckhoff die Entscheidungswege bestens. Auch der oftmals als Intrigantenstadl betitelte Aufsichtsrat, aus dem immer wieder Interna an die Öffentlichkeit gelangten, sind Rieckhoff nicht unbekannt. Wenn die Führung der Profiabteilung zukünftig wie ein Wirtschaftsunternehmen aufgestellt sei, könne der HSV wieder zu alter Stärke zurückfinden. Zudem liege das wirtschaftliche Risiko nicht mehr im Verein, sondern werde durch die Aktiengesellschaft getragen. Ein wichtiger Aspekt: Das nötige Kapital für die Neuaufstellung des HSV soll von strategischen Partnern kommen, die Anteile an der HSV AG erwerben. „Die neue Fußball AG braucht ein Konzept, das festzuhalten und zu entwickeln ist. Dazu gehört auch eine nachhaltige Nachwuchsförderung“, heißt es in dem von Rieckhoff erarbeiteten Konzept.

Bis zur Mitgliederversammlung des HSV am 14. Januar 2014 will Rieckhoff nun mit seinem Konzept durch die Gremien des Vereins ziehen, Gespräche führen und versuchen, eine Mehrheit für seine Ideen zu finden. Die Mitglieder sollen dann den amtierenden Vorstand beauftragen, eine Umsetzung des Konzeptes vorzubereiten, eine weitere Versammlung die Ausgliederung beschließen. Unterstützung erhält Rieckhoff von den Ex-HSV-Spielern Ditmar Jakobs und Thomas von Heesen.

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