Vier Jahrzehnte für Kinderrechte

Für ihre Arbeit ausgezeichnet: Astrid Buddelmann und Marlene Theuerkorn.
Für ihre Arbeit ausgezeichnet: Astrid Buddelmann und Marlene Theuerkorn.

Ortsverein des Kinderschutzbundes feiert 40-jähriges Bestehen / Silberne Ehrennadeln für Marlene Theuerkorn und Astrid Buddelmann

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28. November 2018, 16:18 Uhr

Viele prominente Gäste konnte Christina Hilger, Vorsitzende des Ortsvereins Pinneberg des Kinderschutzbundes (DKSB), begrüßen. Neben Vertretern aus Politik, Vereinen und Parteien kamen auch die stellvertretende Landrätin Verena Mohnke (SPD) und die Vorsitzenden des DKSB in Land und Bund, um gemeinsam mit den Gästen das 40-jährige Bestehen des Ortsvereins zu feiern.

Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) eröffnete mit den Worte: „Der DKSB ist für Pinneberg nicht nur hilfreich und beschützend, er prägt auch das Stadtbild.“ Ihr Geschenk war die Zusage, dass der Drosteiplatz den Namen „Platz der Kinderrechte“ erhalten wird. Von der stellvertretenden Landrätin Mohnke gab es neben Glückwünschen eine Urkunde und die Zusage einer Spende, Burkhard Tiemann, Vorsitzender des Vereins „Gemeinsam“ schloss sich diesen Worten an und überreichte ebenfalls eine Spende.

Herbert und Anna-Lisa Hoffmann waren Gründungsmitglieder. Er erinnert sich: „Wir waren jung, hatten selbst Kinder. Wir merkten schnell, dass wir selber aktiv werden müssen, wenn wir für sie etwas erreichen wollen.“ Auch Irene Damm schloss sich früh dem Ortsverein an. Sie weiß noch: „Uns war klar, dass das Jugendamt kein Anwalt der Kinder war. Im Gegenteil, es gab Fälle von Willkür gegenüber Eltern und Kindern.“

Auch die anderen, zum Teil heute noch ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen erinnern sich gern an die Zeit, nachdem das erste Domizil des Vereins am Marktplatz aufgegeben wurde und es ins neue, direkt an der Pinnau hinter der Kreissparkasse gelegene Doppelhaus ging, wo auch ein Kindergarten eingerichtet werden konnte. Heutiger Standort ist im Fahltskamp.

Eine besondere Ehrung für ihre langjährige Arbeit gab es für Marlene Theuerkorn und Astrid Buddelmann, sie erhielten die silberne Ehrennadel des Bundesverbandes des DKSB. Heinz Hilgers, Präsident des DKSB, wies darauf hin, dass immer noch viel zu viele Kinder von Armut betroffen sind: „Die Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel ist durch das Bildungs- und Teilhabegesetz ungerecht. Hilfe kommt bei den wirklich Bedürftigen, oftmals Alleinerziehende, gar nicht an.“ Die Behörden agierten willkürlich, es gebe riesige regionale Unterschiede bei der Zuteilung von Mitteln. Bei Eigeninitiative würden Leistungen gekürzt, bis sich eigene Arbeit gegenüber Hartz-IV-Unterstützung nicht mehr rechne, auch die Unterstützungssätze für Kinder seien lächerlich gering, zum Beispiel 85 Euro monatlich für die Ernährung eines 13 jährigen Kindes.

Kinderarmut ist deshalb das nächste große Schwerpunktthema des DKSB. Weniger Kinder sollen in Armut leben müssen und zumindest die Dinge des täglichen Lebens, wie Bekleidung, Nahrung und Zugang zu Bildung in ausreichendem Maß bekommen. Er appellierte an die Politik auf allen Ebenen, insbesondere aber an den Landkreis Pinneberg, sich endlich stärker für einen leichteren Zugang zu öffentlichen Mitteln zu engagieren.

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