Katastrophenschutz : Vier Feuerwehren üben den Großeinsatz

Einsatz bei der Firma Wilhelm Mohr in Bilsen: Bis zu 70 Einsatzkräfte der Bilsener, Hemdinger, Langelner und Heeder Wehr trainieren während einer Großübung für den Ernstfall.
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Einsatz bei der Firma Wilhelm Mohr in Bilsen: Bis zu 70 Einsatzkräfte der Bilsener, Hemdinger, Langelner und Heeder Wehr trainieren während einer Großübung für den Ernstfall.

Brandbekämpfer üben auf dem Gelände der Firma Wilhelm Mohr. Bilsener Bürger als Statisten.

shz.de von
19. Oktober 2017, 12:00 Uhr

Bilsen | Großübung in Bilsen: Die Freiwilligen Feuerwehren aus Heede, Langeln, Hemdingen und Bilsen haben am Montagabend trainiert, was bei einem Feuer bei der Firma Mohr in Bilsen zu tun ist. Dort wurde nach Ladenschluss um 19 Uhr Alarm ausgelöst. In der Kühlhalle war ein Feuer ausgebrochen. „Es ist für uns wichtig, in dieser großen Firma zu üben, um im Ernstfall die Örtlichkeiten besser zu kennen“, sagte Bilsens Wehrführer Kay Grabowski.

Das Szenario sah vor, dass in der Kühlhalle noch 13 Angestellte arbeiten. Vorrang hatte es also, die Menschen aus dem Gebäude zu retten. Mit Atemschutzgeräten ausgerüstet drangen die Feuerwehrleute in den völlig verqualmten Raum ein. Aus einem an der Halle angedockten Lastwagenanhänger tönten plötzlich heftige Klopfzeichen. Ein Verletzter nach dem anderen wurde anschließend ins Freie getragen und an einer Sammelstelle auf dem Firmengelände versorgt. Geschminkte Freiwillige der Jugendwehr und der Wehr aus Schmalfeld (Kreis Segeberg) sowie Bilsener Bürger fungierten als Statisten. Sie hatten Glassplitter in Armen und Beinen, einem ragte ein Spieß aus den Rippen, ein anderer hatte sich den Unterarm verbrannt. Andere waren geschockt oder verwirrt.

Bilsens Wehrführer wies auf die Schwierigkeiten in dem Gebäudekomplex hin: „Die Halle ist mit gestapelten Kisten vollgestellt, es sind nur schmale Gänge dazwischen, das hat die Suche erschwert“, so Grabowski. Die Feuerwehren bauten zudem eine Wasserversorgung auf, um die Halle von der anderen Seite von außen zu nässen und das nebenan stehende Haus mit Strohdach zu schützen. Aufgrund der Entfernung vom Hydranten zur Einsatzstelle musste eine Tragkraftspritze zwischengeschaltet werden, damit der Wasserdruck konstant blieb. Einige Brandbekämpfer passten an der Straße auf, dass die Landwirte, die Mais ernteten, mit Treckern nicht über die Schläuche fuhren. Nachdem alle vermissten Personen gerettet waren, wurden die Räume in dem Bilsener Betrieb belüftet.

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