Vielfalt, Freude und Spätsommer

Die Clownin Spagetta (links) und Pepper Roni hatten Spaß am Fest.
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Die Clownin Spagetta (links) und Pepper Roni hatten Spaß am Fest.

In der Prisdorfer Wohngruppe für behinderte Menschen der Großstadt-Mission feiern etwa 400 Besucher in ausgelassener Stimmung

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28. August 2018, 16:14 Uhr

„Du bist willkommen“, lautete das Motto des diesjährigen Sommerfestes der Großstadt-Mission Hamburg-Altona. Aufgrund seines geschichtlichen Ursprungs, der Gründung der Frauenkolonie vor über 100  Jahren, wird der freudige Anlass seit jeher in Prisdorf gefeiert. Willkommen fühlte sich offensichtlich jeder einzelne der 400 Besucher auf dem Gelände Am Dahl. Überall waren glückliche Gesichter zu sehen, Klein und Groß, Alt und Jung, Menschen mit und ohne Handicap feierten, sangen und tanzten zusammen.

„Ein fröhliches und buntes Miteinander“, sagte die pädagogische Vorstandsvorsitzende Tanya Tiedemann zufrieden. „Das bildet genau das ab, was wir als Großstadt-Mission sind. Ich freue mich richtig, dass es uns wieder gelungen ist, dass insbesondere so viele junge Menschen dabei sind“, so Tiedemann weiter. Die Leiterin der Einrichtung der Großstadtmission im Prisdorfer Dahl Heike Jordan resümierte: „Das Sommerfest ist immer das Highlight, weil wir mit vielen Freunden und Nachbarn hier in Prisdorf gemeinsam feiern. Die Verbindungen sind über Jahre gewachsen. Auch ortsansässige Firmen sowie andere Institutionen beteiligen sich.“ Beliebt bei den Kindern und Jugendlichen sei die Spielmeile. Hier gab es für die jüngeren Besucher allerlei zu entdecken: Ob Stangen werfen, schwebende Bälle oder das bewegte Ziel.

Die Jugendfeuerwehr sowie die älteren Kameraden der aktiven Wehr aus Halstenbek hatten jede Menge Spiele im Gepäck, bei denen vor allem Geschicklichkeit gefragt war. Der Renner bei den Kleinen war das Wasserspritzen aus dem großen Feuerwehrschlauch auf ein Holzhaus mit gemalten Flammen, das sich die Halstenbeker von ihren Schenefelder Kollegen ausgeliehen hatten.

Auch bei den mit Martinshorn und Blaulicht unterstützten Mitfahrgelegenheiten im roten Feuerwehrauto oder blau-weißen Peterwagen riss der Andrang während des gesamten Nachmittages nicht ab. Wer besonderen Mut mitbrachte, stieg auf eins der acht Quads und lies sich von einem der Fahrer der Quad und ATV Freunde Pinneberg auf dem Sozius durchs Gelände mitnehmen. Für eine gefühlvolle und mitreißende musikalische Unterhaltung sorgte das Hamburger Duo „Himmelherz“ mit Sängerin Claudia Ehlers und Michael Rode, der bereits bei Rio Reiser als Gitarrist gespielt hat. Die beiden Künstler begleiteten mit ihren Liedern, „die den Himmel holen und das Herz berühren“, wie es auf ihrer Facebookseite steht, den Eröffnungsgottesdienst. Ein besonders bewegender Moment war, als Tiedemann die Besucher bat, mit ihrem Körper das „Vater unser“ zu beten. „Es ist sehr berührend zu sehen, wie unmittelbar und ungefiltert Menschen mit einer geistigen Behinderung ihre Freude zum Ausdruck bringen. Wir können viel von ihnen lernen“, sagte Broer Broers, Leiter für geistlich-theologische Fragen und Öffentlichkeitsarbeit.

In der Prisdorfer Einrichtung der Großstadt-Mission der Diakonie leben insgesamt etwa 70 Erwachsene mit einer Behinderung sowie benachteiligte Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Familien wohnen können. Durch das Angebot von Wohngruppen sowie einer ambulanten Betreuung könne laut Broers gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner eingegangen werden. Gesellschaftliche Integration sowie ein Höchstmaß an Selbstständigkeit stünden dabei im Vordergrund. Zurzeit sind zwei neue Wohnprojekte in Planung. In Elmshorn wird die Großstadt-Mission selbst ein Gebäude errichten. In Kummerfeld wurden zwei Häuser zur ambulanten Betreuung angemietet, die bereits ab Montag, 1. Oktober bezogen werden können. Hier gibt es noch freie Plätze. Interessenten können sich bei Silke Fölster unter der Telefon (0 41 01) 80 83 98 melden.

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