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Kreis Pinneberg : Viele Zecken, aber geringe Gefahr

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Aktuelles Wetter macht die Tiere aktiv. Robert-Koch-Institut gibt Entwarnung: Kreis Pinneberg ist kein Risikogebiet.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2015 | 16:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Der Bilsener Landtagsabgeordnete Peter Lehnert (CDU) hat vor Wochen vor der zunehmenden Gefahr gewarnt, die von Zeckenbissen ausgeht. Davon sei auch der Kreis Pinneberg betroffen, sagte Lehnert. Zecken gelten deshalb als gefährlich, weil sie als Überträger von Krankheiten infrage kommen. Insbesondere die nicht-meldepflichtige Borreliose sowie die meldepflichtige Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) , werden mit Zecken in Verbindung gebracht.

Da FSME meldepflichtig ist, lässt sich gut nachvollziehen, wo die Zecken leben, die das Virus übertragen können. Dazu gibt das Robert-Koch-Institut jährlich in seinem „Epidemologischen Bulletin“ die FSME-Risikogebiete in Deutschland bekannt, basierend auf den gemeldeten Daten der vergangenen fünf Jahre. Der Kreis Pinneberg gehört nicht zu den Gebieten, in denen eine FSME-Übertragung durch Zecken wahrscheinlich ist.

„In Schleswig-Holstein sind insgesamt bisher sehr wenig Fälle bekannt, in denen FSME von Zecken übertragen wurde“, sagte Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut gegenüber dieser Zeitung. Im Jahr 2009 habe es einen Fall im Kreis Stormarn gegeben, im Jahr 2010 jeweils einen im Herzogtum-Lauenburg und einen im Kreis Segeberg, berichtet Glasmacher. Zudem sei 2010 ein Mensch aus dem Kreis Pinneberg nach einem Zeckenstich an FSME erkrankt. „Die Person wurde allerdings nicht in Deutschland gestochen, sondern in Polen“, sagte Glasmacher.

Deutschlandweit sind vom Robert-Koch-Institut derzeit 145 Kreise als FSME-Risikogebiete eingestuft. Diese befinden sich hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch in Süd-Hessen gelten inzwischen neun, im südöstlichen Thüringen acht Kreise als Risikogebiet. Borreliose hingegen käme deutschlandweit vor, sagte Glasmacher. Eine genaue Zahl für Schleswig-Holstein gibt es zwar nicht, doch für Niedersachsen geht das dortige Landesgesundheitsamt von einer Trägerquote zwischen 20 und 30 Prozent bei den dort lebenden Zecken aus.

Zecken können für Haustiere gefährliche Krankheiten übertragen. Dazu gehören unter anderem die Babesiose, auch Hundemalaria genannt. Erste Symptome sind Erschöpfung und Appetitlosigkeit, die sich bis zur Blutarmut mit Fieber und Lethargie steigern können. Bei einem Verdacht sollten Halter sofort den Tierarzt einschalten, rät die Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Unbehandelt verläuft die Erkrankung tödlich. Am besten ist es, den Hund nach jedem Spaziergang gründlich abzusuchen. Entdeckte Zecken müssen mit einer Zeckenzange entfernt werden. Vorbeugend können Halter Zeckenschutzmittel auftragen, am besten sogenannte Spot-on-Präparate. Sie werden Tieren in den Nacken geträufelt und können so nicht abgeleckt werden. Zecken sollten zudem nicht gequetscht werden, wenn man sie aus der Haut des Tieres entfernt. Denn dabei könnten eventuell vorhandene Krankheitserreger schneller und vermehrt übertragen werden. (dpa)

Warme Tage, die mit Gewitter enden, erhöhen die Aktivität von Zecken, sagte der Virologe Masyar Monazahin vom Landesgesundheitsamt in Niedersachsen. Dieses Wetter gibt es derzeit auch im Kreis Pinneberg. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit, an einem warmen Tag von einer Zecke gebissen zu werden auch deshalb größer, weil sich die Menschen dann mehr im Freien aufhielten. Monazahin rät einem Zeckenbiss vorzubeugen, indem man sich alle zwei Stunden mit Zeckenschutzmitteln eincremt. Und sollte man dennoch von einem der Parasiten befallen werden, so sei ein Arztbesuch ratsam, sagte Monazahin. Nach einem Spaziergang im Freien solle man sich außerdem nach Zecken absuchen und die Kleidung ausschütteln, die man getragen hat. Denn Zecken können schwimmen und überleben laut Monazahin sogar einen Waschgang bei 40 Grad Celsius.

Auch wenn die Bedingungen für Zecken derzeit gut sind und bei ähnlichen Wetterbedingungen die Zahl der Zeckenstiche in Niedersachsen zugenommen hat, besteht derzeit im Kreis Pinneberg kein erhöhtes Zeckenaufkommen. Laut Monika Klein, Pressesprecherin der Regio-Kliniken, seien in diesem Jahr bereits einige Menschen in die drei Krankenhäuser in Pinneberg, Elmshorn und Wedel gekommen, die sich eine Zecke hätten entfernen lassen. Doch die Zahl sei nicht höher gewesen als in den Jahren zuvor, sagte Klein.

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