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Umfrage : Viele Kreis Pinneberger fühlen sich als Hamburger

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zahlreiche Kreis Pinneberger fordern eine Metropolregion ohne Verwaltungsgrenzen. Mehr als ein Drittel der Befragten hat positive Assoziationen mit der Metropolregion Hamburg.

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erstellt am 17.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Zahlreiche Kreis Pinneberger fühlen sich in erster Linie als Hamburger. Das geht aus der Umfrage „Wo drückt der Schuh?“ hervor, die der Verein „Initiative pro Metropolregion Hamburg“ (IHM) unter Arbeitnehmern und Unternehmern der Metropolregion Hamburg durchgeführt hat.

Weiterhin verdeutlicht die Umfrage: Die Metropolregion Hamburg ist bei deren Bewohnern beliebt. So verbinden mehr als ein Drittel der Befragten Positives mit der Metropolregion Hamburg. 68 Prozent lobten das gute Freizeitangebot, 61 Prozent die Nahverkehrserschließung und 51 Prozent die gute Ergänzung von Stadt und Land. Trotzdem werden Forderungen laut, dass sich die Arbeit der Verwaltungen innerhalb des staatsvertraglichen Zusammenschlusses von vier Bundesländern, 17 Kreisen und zwei kreisfreien Städten noch stärker am Wirtschafts- und Lebensraum als an Länder- und Kreisgrenzen orientieren sollte. 58 Prozent der Befragten spüren die Verwaltungsgrenzen in ihrem Alltag, bei den Pendlern sind es sogar 67 Prozent.

Eine Wedelerin gab in der Umfrage an: „Als Bewohnerin in Wedel habe ich mein Auto zum Beispiel in Pinneberg anzumelden, nicht in Hamburg, was für mich leichter wäre.“ In einem weiteren Originalton aus der Befragung heißt es: „Während Hamburg in der Ganztagsbetreuung schon recht weit ist, ist zum Beispiel im Kreis Pinneberg noch großer Entwicklungsbedarf. Viele Frauen, die gern arbeiten möchten, sind durch die äußeren Bedingungen der Kinderbetreuung in Kita und Schule davon abgehalten.“

„Öffentliche Dienstleistungen sollten sich nicht an Verwaltungsgrenzen, sondern an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger und Unternehmen ausrichten“, kommentierte Professor Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Vorsitzender des IMH-Vorstands, die Umfrageergebnisse. Auch kritisieren viele Bürger Lücken im U- und S-Bahnnetz. Ein Teilnehmer klagt: „Es ist praktisch unmöglich, nach 24 Uhr von Hamburg nach Buxtehude zu kommen. Die S-Bahn fährt nicht mehr.“ Eine höhere Taktung der S 1, die Wedel mit der Hamburger Innenstadt verbindet, war ebenfalls eine der häufigsten Forderungen bezüglich Verbesserungen im ÖPNV.

Knapp 1700 Personen beteiligten sich an der Erhebung im Internet. Konkret monieren die Teilnehmer unter anderem, dass Schulbesuche im benachbarten Bundesland nur schwer möglich sind. Eine Mutter klagt: „Meine Kinder können nicht in eine Hamburger Schule nebenan gehen, sondern müssen einen langen Schulweg in Kauf nehmen, um in Niedersachsen zur Schule zu gehen.“ Das verführe zum Mogeln: „Ich erlebe, dass Kinder den Wohnsitz bei den Großeltern in Hamburg anmelden, damit sie dort ein Gymnasium besuchen können.“ Fast gleichlautende Kritik gibt es zum Besuch von Kitas und Berufsschulen. Ein Befragter: „Das Gastschulabkommen behindert die Wahl der richtigen Schule.“ Hans-JörgSchmidt-Trenz: „Wir fordern, die Beschulung über die Landesgrenzen hinweg zu vereinfachen.“

Nach fast 20 Jahren Verwaltungskonstrukt Metropolregion kann darin nur ein Drittel der Befragten eine gemeinsame Identität ausmachen.

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