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Pinneberger Tageblatt

24. August 2017 | 07:32 Uhr

Pinneberg : Viel Wirbel auf dem Rummel

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Brückentag stört das Geschäft auf dem Jahrmarkt. Eine Richtlinie der Europäischen Union verunsichert die Schausteller.

Pinneberg | „Die neue Regelung wird einigen Existenzen den Kopf kosten. Die Schausteller sind sehr verunsichert.“ Jeffrey Rasch lächelt trotzdem. Im Hintergrund drehen sich die Gondeln des Break Dancers immer schneller im Kreis, die Fahrgäste kreischen verzückt.

Schausteller wie Rasch sind auf die Adrenalin-Junkies angewiesen – und auf die Gunst der Politik, die eine neue Verordnung herausgegeben hat. Diese tritt am 1. Januar 2015 in Kraft und kann für einige das Aus bedeuten.

Das Geschäft auf dem Pinneberger Jahrmarkt sei relativ gut gelaufen, sagt Rasch. „Ich bin zufrieden.“ Marktmeister Udo Heidorn glaubt, dass der Brückentag viele Leute aus der Stadt weggelockt habe. Die niedrigen Temperaturen am Abend hätten ebenfalls dazu beigetragen, dass weniger Besucher da waren, als noch in den vergangenen Jahren.

Und nun auch noch die neue Verordnung der Europäischen Union. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Europäer immer dicker werden. Deshalb sollen Fahrgeschäfte stabiler werden, um statt 70 bald 100 Kilos auszuhalten. Derzeit prüft der TÜV die großen Karussels, um herauszufinden, welche Umbaumaßnahmen notwendig sind. Unklar ist, ob auch der Breakdancer davon betroffen sein wird. Rasch geht aber davon aus. Die Kosten kann er noch nicht abschätzen. „Sonst säße ich hier mit der Glaskugel.“ Rasch und seine Kollegen kritisieren, dass es für die deutschen Fahrgeschäfte, im Gegensatz zu denen in anderen Ländern der EU, keinen Bestandsschutz gibt. Stefan Wegener, Präsident des Landesverbandes der Schausteller und Marktkaufleute Schleswig-Holstein, glaubt, dass Deutschland hier seiner Vorreiterrolle gerecht werden will. Notwendig sei das nicht. „Man muss sich nur ansehen, wie oft ein Unfall im Straßenverkehr passiert und wie oft auf dem Rummel. Bei jedem Aufbau wird alles auf Herz und Nieren geprüft.“ Die betroffenen Schausteller müssten viel Geld in die Hand nehmen, um den Richtlinien gerecht zu werden.

Ob sich angesichts dessen der Betrieb des Break Dancers noch lohnt, will Rasch abwarten. Der Rummel sei wie eine große Familie. Nachwuchsprobleme hat er keine. Der 13-jährige Jeffrey Rasch Junior will den Betrieb später übernehmen.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 12:00 Uhr

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